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Der SSC Germania sorgt sich um seine Zukunft

Schwimmen: Offene Meisterschaften der Behinderten im Heidberg.

Von Christoph Matthies, 20.05.2012

Braunschweig. Bereits zum sechsten Mal fanden gestern die Offenen Landesmeisterschaften im Behinderten-Schwimmsport im Braunschweiger Heidbergbad statt. Vielleicht für lange Zeit das letzte Mal.

Für Andreas Hofbauer ist das Schwimmbecken derzeit eher halb leer als halb voll. Der Vorstandsvorsitzende des SSC Germania 08, Braunschweigs größtem Schwimmverein, blickt sorgenvoll in die Zukunft. Der Mittelpunkt des Vereinslebens, das Nordbad im Bienroder Weg samt angeschlossenem Klubhaus, soll ab August 2013 der Abrissbirne anheimfallen. Die von der Stadt vorgesehene Alternative, das noch fertigzustellende Spaßbad an der Hamburger Straße, sei eben keine wirkliche Alternative, stellt Hofbauer klar: „Für den Schwimmsport wird das Becken dort ideal, für Schwimmanfänger allerdings absolut ungeeignet“, kommentiert er die Pläne der Stadt, welche die Nachwuchsarbeit seines bisher noch 1000 Mitglieder starken Vereins massiv beeinträchtigen würden.
Hart treffen würde der Nordbad-Abriss auch die 150 behinderten Schwimmer, die in der Löwenstadt ausschließlich beim SSC Germania eine Heimat finden. „Ohne das Nordbad sehe ich für den Behindertenbereich schwarz“, preist Hofbauer das bewährte, wenn auch sanierungsbedürftige Schwimmbad, wo etwa Kinder mit Downsyndrom genau das hätten, was sie brauchen: ein Becken für sich allein. Zusätzlich zum drohenden Verlust der Heimstätte, der wohl nur durch einen Sponsor noch zu verhindern wäre, wurden der Behindertenabteilung des SSC in diesem Jahr auch noch die städtischen Zuschüsse gekürzt. „Nach den Förderrichtlinien ist das allerdings korrekt“, sagt der Vorstandsvorsitzende mit der sprichwörtlichen Faust in der Tasche.
Mehr als 140 körperlich und geistig behinderte Schwimmer aller Altersklassen nahmen gestern an den Landesmeisterschaften teil, die der SSC Germania zum sechsten Mal im Heidbergbad ausrichtete. Schon nächstes Jahr könnten für die Organisation einer solchen Veranstaltung nicht mehr genügend Mittel und Personal zu Verfügung stehen, befürchtet Andreas Hofbauer. Dies wäre nicht nur ein Armutszeugnis für die Sportstadt Braunschweig, sondern auch schade für SSC-Athleten wie Jessica Haf und Dieter Geistefeldt, die gestern erneut gute Leistungen zeigten.
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