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Der Qualität des Meisters letztlich nicht gewachsen

NBA-Veteran Dorell Wright verteidigt gemeinsam mit Nationalspieler Maodo Lo gegen Löwen-Guard Bazou Konè. Foto: Hübner

Basketball-Bundesliga: Die Löwen verlieren ihr Heimspiel gegen Bamberg mit 68:94.

Von Christoph Matthies, 04.11.2017.

Braunschweig. Mit 68:94 (29:44) haben die Löwen-Basketballer ihr Heimspiel gegen den Deutschen Meister und Pokalsieger Bamberg verloren. Erfreulicher als das Ergebnis war die Zuschauerzahl in der VW-Halle, 3025 Besucher wollten das Spiel ihrer Löwen sehen. Nach der Niederlage steht das Team von Trainer Frank Menz auf Platz 13 der Bundesliga-Tabelle.

Zumindest ein Viertel lang konnten die Braunschweiger gegen das Spitzenteam gut mithalten, hätten gar mit einer Führung in die erste Pause gehen können, hätte DeAndre Lansdowne eine Sekunde vor dem Buzzer beim Stand von 16:15 nicht noch unnötig gefoult.

Überhaupt die Fouls: Die Braunschweiger Fans in der Volkswagenhalle spendeten manchmal höhnisch Beifall, wenn die Gäste einen Foulpfiff gegen sich bekamen, hatten den Eindruck, das europäische Topteam hätte die Unparteiischen auf seiner Seite. Klar ist allerdings auch: Spieler von der Qualität, die Bamberg in seinen Reihen weiß, sind nicht immer mit fairen Mitteln zu stoppen.

Nachdem die Gäste im ersten Viertel noch nach ihrem Rhythmus suchten, nur vier von 13 Wurfversuchen trafen (0/4 Dreier), schalteten sie in den zweiten zehn Minuten zwei bis drei Gänge höher: Center Leon Radosevic mit einem zu einfachen Dunking, der gut aufgelegte Shooting Guard Ricky Hickman (am Ende 16 Punkte) und Dorell Wright, der nach Defensivrebound „coast to coast“ ging und per Layup vollendete, erhöhten schnell auf 23:16. Die Gastgeber haderten dagegen mit ihrem Distanzwurf. „Wir hatten im 2. Viertel viele weit offene Dreier. Wir hätten auch mit einem ganz knappen Ergebnis in die Halbzeit gehen können“, ärgerte sich Frank Menz hinterher.

Basketball-Feinschmecker hatten sich vor der Begegnung besonders auf Wright gefreut, den Bamberg erst in der vergangenen Woche verpflichtet hatte. Und der 31-Jährige NBA-Champion mit den Miami Heat, der 569 Partien in der besten Liga der Welt auf dem Buckel hat, enttäuschte keineswegs. Mit gnadenloser Effizienz (6/9 Feldwürfe, 5/5 Freiwürfe) markierte der Flügelspieler aus Los Angeles in nur 15 Minuten 20 Punkte. „Der kostet mehr als unsere gesamte Mannschaft“, verdeutlichte Löwen-Trainer Frank Menz die Dimensionen.

Der Lichtblick bei den Löwen war Center Anthony Morse, der zum zweiten Mal startete und seine Sache gut machte. Vor allem seine beiden spektakulären Putback-Dunks, als er Fehlwürfe seiner Mitspieler durch den Ring stopfte, ließen die Fans in der VW-Halle feiern. Dass es mit dem Sieg nichts mehr werden würde, war dagegen bereits spätestens nach drei Vierteln klar. Einen 49:73-Rückstand gegen ein europäisches Spitzenteam wie Bamberg holt man in zehn Minuten nicht mehr auf. Folgerichtig kamen im Schlussabschnitt auf beiden Seiten viele junge Talente zum Einsatz.

Lars Lagerpusch, Backup-Center der Löwen, der in Erfurt mit zwölf Zählern eine neue persönliche BBL-Bestleistung aufgestellt hatte, fehlte gegen Bamberg mit Fußbeschwerden. Dafür gab Dennis Nawrocki, der für den verletzten Luis Figge in den Kader gerutscht war, sein BBL-Debüt.

Für die Löwen punkteten: Morse 12 (8 Rebounds), Eatherton 12, Koné 11, Janavicius 8, Klepeisz 8, Bradley 7, Lansdowne 4, Nawrocki 3, Ebert, Alte.
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