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Der entspannte „German Way of Life“

„Football-Lehrer“ Seth Womack, Cheftrainer der New Yorker Lions, ist längst in Braunschweig angekommen.

Von Daniel Beutler, 17.04.2011.

Braunschweig. Ein Haus im Grünen, Familie vor Ort und keine Angst mehr vor den Braunschweiger Bussen. Eine Woche vor seinem ersten Spiel in der German Football League als Cheftrainer der New Yorker Lions ist Seth Womack längst in Deutschland angekommen.

Während seiner Zeit am Westminster College hat der sympathische US-Amerikaner bereits einen zweiwöchigen Einblick in die Deutsche Kultur bekommen, als er mit seiner Mannschaft bei den Rüsselsheim Razorbacks zu Gast war. Beim damaligen Bundesligisten hörte er dann auch erstmals von Braunschweigs Footballern. Aber was ihn und seine Mitspieler beeindruckte, war nicht, dass die Rüsselsheimer die Lions als bestes Team der Liga und Europa anpriesen. „Wir waren total beeindruckt, dass ‚Jägermeister‘ auf den Trikots stand. Wir haben das Zeug geliebt“, erinnert sich Womack.
Mittlerweile ist er mit seinen 30 Jahren selbst ein „Löwe“ und trainiert Spieler, die älter sind als er. Kommt da kein Wehmut auf, selbst kein Football mehr zu spielen? „Nein. Ich hatte eine großartige Zeit als Footballer, war nie ernsthaft verletzt und habe viele Orte gesehen. Da kann ich mich glücklich schätzen“, sagt Womack, gesteht aber ein, kürzlich Helm und Pad übergestreift zu haben und mit seinen Spielern trainiert zu haben.
Und dass das Trainieren ihm liegt, merkt man schnell. Er ist ein guter Zuhörer, erklärt mit ruhiger Stimme. Kann aber auch anders. Auf dem Feld, in Aktion, weiß er genau, was er will, wird laut und scheucht seine Lions über die Rote Wiese. Am College hatte er in seinem ersten Jahr Jugendliche trainiert, und das gefiel ihm so gut, dass er seinen Studiengang von Jura zu Lehramt wechselte. „Ich wollte eigentlich Lehrer an einer Highschool werden“, berichtet Womack. Es kam anders, und jetzt ist er in Braunschweig. Eine Stadt, mit genau der richtigen Größe, wie er findet. Und wenngleich er die deutsche Kultur mag, besonders das Essen und den „German Way of Life“, weil hier alles so entspannt sei, gibt es eine Sache, die ihn stört. „Dass die Geschäfte Sonntags geschlossen sind. Da müssen meine Frau und ich uns erst dran gewöhnen. Bisher war es für uns der Tag zum Einkaufen“, erzählt Womack.
Aber es werde schon klappen. Er lernt fleißig Deutsch, hat aber noch Angst, jemanden ungewollt zu beleidigen. Aber um Essen zu bestellen oder Busfahrpläne zu lesen reiche es. Letzteres bereitete ihm anfangs die größten Probleme. „Ich hatte da keine Ahnung und war ziemlich nervös, dass ich irgendwo in Russland ankomme“, erinnert sich Womack lachend.
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