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Der „alte Mann“ hat den Sommer gut genutzt

Derrick Allen (M.) mit Kyle Visser und dem Ärzte-Team des Herzogin-Elisabeth-Hospitals. Foto: Hoffmann

Basketball: Derrick Allen, 34-jähriger Neuzugang der Löwen, startet in sehr guter Verfassung in die Saisonvorbereitung.

Von Christoph Matthies, 13.08.2014.

Braunschweig. Wenn man Raoul Korner nach Derrick Allen befragt, wird man kaum etwas Negatives von ihm hören. Wäre auch komisch, immerhin hat der Löwen-Trainer den US-Basketballer gerade erst aus Bremerhaven an die Oker gelotst.

Selbst in Sachen Fitness macht sich Korner bei dem mittlerweile 34-jährigen BBL-Veteranen aus Alabama keine Sorgen. „In den USA habe ich Derrick nie erreicht, weil er immer in der Halle stand und trainiert hat, wenn ich angerufen habe“, schmunzelt der Coach. Zweifel daran, dass sein neuer Power Forward die „freie“ Zeit gut genutzt hat, hat er keine.

Allen bestätigt, dass er in diesem Sommer ein besonderes Training absolviert hat: „Ich habe erstmals einen Individualtrainer engagiert, um an meiner Fitness und Athletik zu arbeiten. Immerhin bin ich schon zwölf Jahre Profi und gehe als alter Mann immer noch arbeiten.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Austrainierter Oberkörper, merklich abgespeckt: „Als ich Deutschland nach der Saison verlassen habe, habe ich 105 Kg gewogen, jetzt bin ich bei 100“, verrät der 2,03-Meter-Mann sein Kampfgewicht, das er schon in Frankfurt und Berlin, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, auf die Waage brachte.

Kaum ein Spieler hat die Bundesliga in den vergangenen zehn Jahren offensiv stärker dominiert als Derrick Allen, keiner erzielte so viele Punkte (4851). Obwohl es bereits seine sechste BBL-Station ist, reizt den Routinier die Aufgabe in Braunschweig. Mitspieler Immanuel McElroy schätzt er aus der gemeinsamen Zeit in Berlin, mit Kyle Visser lieferte er sich oft heftige Gefechte unter dem Korb.

Mit seiner Funktion als „Sechster Mann“ von der Bank, die sein Coach für ihn vorgesehen hat, kann sich Allen anfreunden. Wichtiger als seine persönliche Rolle ist dem Zweitältesten in Korners Löwenrudel sowieso der Erfolg des Teams. „Vergangene Saison habe ich das erste Mal seit 2006 die Playoffs verpasst. Das war frustrierend.“ Keine Spur von Basketball-Müdigkeit also bei dem Mann, der mit seiner iranischstämmigen Frau, die er einst in Frankfurt kennenlernte, vor elf Wochen zum ersten Mal Vater einer Tochter wurde. Deutschland erneut zu verlassen – vorletzte Saison spielte er in Belgien – kam für ihn, trotz einer Frankreich-Offerte, auch deshalb nicht infrage.

„Ich möchte so lange Basketball spielen, wie ich den Wettkampf und das Spiel liebe“, sagt Allen, ohne sich auf zwei oder drei weitere Jahre festzulegen. „Auf dem Papier mag ich alt sein, aber ich fühle mich gut und bin in Form.“ Eine Einschätzung, die sein Coach nach den ersten Leistungstests voll unterschreiben konnte.
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