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Der 1. FC Magdeburg ist auf dem Weg nach oben

Spielten am 3. Mai 2008 gegeneinander: Der 1. FC Magdeburg und Eintracht Braunschweig. SH

Fußball: Die wechselvolle Geschichte des einstigen Europapokalsiegers – Durststrecke beendet – Aktuell im Schnitt 19 000 Besucher in der 3. Liga.

Von Elmar von Cramon, 01.10.

Braunschweig. Der 1. FC Magdeburg war vor der Wende ein fester Bestandteil der DDR-Oberliga und ging 1965 aus dem SC Aufbau Magdeburg hervor, der fünf Jahre zuvor erstmals in die höchste Spielklasse im Osten aufgestiegen war.

Anfang der 70er Jahre entwickelten sich die Blau-Weißen in der DDR zum Maß aller Dinge: Von 1972 bis 1975 holte der FCM drei Meistertitel und gewann nach dem Pokalsieg 1973 als einziges Team der ehemaligen Ost-Oberliga einen Europapokaltitel: Am 8. Mai 1974 besiegten die Magdeburger im Rotterdamer Stadion „De Kuip“ den AC Mailand mit 2:0 und sicherten sich den Sieg.
Nach dem Karriereende von Nationalspielern wie Manfred Zapf, Jürgen Sparwasser, Martin Hoffmann und Joachim Streich versank der FCM in den 80er-Jahren im Mittelmaß.
Nach der deutschen Einheit verließen Leistungsträger wie Wolfgang Steinbach, Uwe Rösler oder Dirk Schuster den FCM, sodass die Qualifikation für eine der ersten gesamtdeutschen Ligen verpasst wurde. Und der Aderlass weiterer Schlüsselspieler wie Dirk Heyne oder Markus Wuckel zog sogar das Abrutschen in die Viertklassigkeit nach sich.
Erst in der Saison 2000/01 ließen die Magdeburger wieder aufhorchen, als im DFB-Pokal der 1. FC Köln, der FC Bayern und der Karlsruher SC aus dem Wettbewerb gekegelt wurden. Die Euphorie führte zum Aufstieg in die 3. Liga, die man jedoch trotz sportlichem Klassenerhalt durch Insolvenz wieder verlassen musste. 2006 kehrte Magdeburg in die Regionalliga zurück und verpassten als Neuling nur hauchdünn den Durchmarsch in die 2. Liga.
Zwischenzeitlich war außerdem der Stadionneubau abgeschlossen und die MDCC-Arena mit einem Freundschaftsspiel gegen Eintracht (0:0) im Dezember 2006 eröffnet worden. Sportlich ging es anschließend jedoch abwärts. Der Verein verpasste, ausgerechnet gegenüber Eintracht, die Drittliga-Qualifikation nur aufgrund des schlechten Torverhältnisses. Der Schock der erneuten Viertklassigkeit zog den Tiefpunkt der Vereinsgeschichte nach sich: In der Regionalliga-Saison 2011/12 fand sich die Mannschaft auf dem 18. Tabellenplatz wieder, der aufgrund der Spielklassenreform aber nicht gleichbedeutend mit dem Abstieg war.
Nach dem Durchschreiten der Talsohle ging es für den FCM dann aber wieder aufwärts: Im Sommer 2014 verpasste der Club die Drittliga-Qualifikation noch knapp, warf in der vergangenen Spielzeit aber Erstligist FC Augsburg aus dem DFB-Pokal und qualifizierte sich souverän für die Aufstiegsrunde, wo zwei Siege über Kickers Offenbach die Drittliga-Rückkehr sicherten.
In der neuen Spielklasse schlägt sich das Team von Trainer Jens Härtel bislang sehr gut. Nach elf Spieltagen rangiert der FCM mit 16 Punkten auf Tabellenplatz sieben: Die Begeisterung der Magdeburger Anhänger ist dabei größer als je zuvor: Mit fast 19 000 (!) Besuchern im Schnitt weist der FCM das zweitgrößte Zuschauerinteresse nach Spitzenreiter Dynamo Dresden auf.
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