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Dem Druck nicht gewachsen

Dyshawn Pierre war gegen Jena mit 23 Punkten und 13 Rebounds bester Löwe. Foto (Archiv): T.A.

Basketball-Bundesliga: Die Unerfahrenheit des Löwen-Kaders zeigte sich in der Partie gegen Jena.

Von Christoph Matthies, 22.11.2016.

Braunschweig. Mit 86:97 haben die Löwen-Basketballer das wichtige Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Jena verloren. In der Partie, in der die Braunschweiger im dritten Viertel völlig die Kontrolle verloren, zeigte sich einmal mehr, dass der Tabellensechzehnte der BBL einen erfahrenen Neuzugang bitter nötig hat. Die nB nennt die wichtigsten Belege.

1. Umgang mit dem Druck
„Wir hatten eine Riesenchance das Spiel zu gewinnen“, sagte Löwen-Trainer Frank Menz nach der Partie. Seine Erklärung, dass es dennoch nicht klappte: Die Bürde, endlich in eigener Halle gewinnen zu müssen. „Wenn wir keinen Druck spüren, sind die Jungs in den Spielen viel lockerer und denken nicht nach“, verglich er die „enttäuschende Leistung“ gegen Jena mit dem Sieg in Bonn. Ein Routinier auf der noch zur Verfügung stehenden sechsten Importposition würde dem jungen Team zweifellos helfen, mit dem Druck klarzukommen.

2. Fehlende Rookie-Konstanz
In Bonn sah Geoffrey Groselle mit 28 Punkten aus wie einer der besten Center der Liga, gegen Jena gelang ihm dann nur ein mageres Pünktchen. „Ich habe keine Erklärung für diese Leistung“, fehlten Menz hinterher fast die Worte. Untypisch sind solche Leistungsschwankungen bei Rookies freilich nicht, besonders Dy-shawn Pierre – gegen Jena stark – und Carlton Guyton, aber auch Thomas Klepeisz und Carlos Medlock leiden darunter.

3. Keine Anführer
Die Ausländer der Löwen gingen alle ohne jedwede BBL-Erfahrung in die Saison, kamen aus der 2. Liga, vom US-College oder aus Österreich. Logisch, dass es ihnen (gerade im ersten Saisondrittel) schwerfällt, Verantwortung in einer Topliga wie der BBL zu übernehmen und auch verbal zu führen. „Wir hatten keine Führungsqualitäten, nicht auf der Bank und auch nicht auf dem Feld. Wir hatten keinen Spieler, der die anderen mitgezogen oder zusammengeholt hat“, beschrieb Menz nach der Jena-Partie das Problem des fehlenden Anführers.

Die Situation erinnert entfernt an eine ähnliche Konstellation vor 15 Jahren. Im Dezember 2001 waren die von Rookie Demond Mallet angeführten Braunschweiger mit nur einem Sieg Tabellenletzter. Dann kam Gordan Firic, der das Team als erfahrener Leader zum Klassenerhalt führte.

Nach zehn Saisonspielen ist klar, dass die beiden erfahrensten (und nach nB-Informationen teuersten) Spieler im Löwen-Kader, Nicolai Simon und Jannik Freese, diese Rolle nicht einzunehmen imstande sind. Die Besten Jenaer am Samstag waren übrigens Julius Jenkins und Ex-Löwe Immanuel McElroy. Zusammen sind beide 71 Jahre alt und haben 20 Jahre BBL-Erfahrung auf dem Buckel.
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