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Dämpfer zum Abschluss der Hinrunde

Keaton Grant (links) traf per Dreier zur 20-Punkt-Führung. Danach ging es allerdings stetig abwärts. Foto (Archiv): Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Die Löwen verlieren mit 72:85 (51:36) bei Phönix Hagen.

Von Christoph Matthies, 03.01.2016.

Braunschweig. Im Basketball kann eine allzu deutliche Führung manchmal schädlich sein. Das mussten die Löwen beim Auswärtsspiel in Hagen, das mit 85:72 (36:51) an die Gastgeber ging, schmerzlich erfahren.

Die Braunschweiger legten los wie die Feuerwehr, hielten die Hagener defensiv in Schach und trafen vorne mit Präzision. Als es nach zehn Minuten 32:18 für die Löwen stand, sah noch alles nach einem guten Abend für das Korner-Team aus. Zu Beginn des zweiten Viertels erhöhte Amin Stevens, der wie im Heimspiel gegen Bayern München früh auftrumpfte (neun Punkte in seinen ersten vier Einsatzminuten), gar auf 16 Punkte Vorsprung.

Dass man die Hagener niemals abschreiben darf, hat sich ligaweit schon lange herumgesprochen. Seit Jahren sind die „Feuervögel“ eines der offensivstärksten Teams der BBL, das schneller heißlaufen kann als eine Mikrowelle. Einen Vorgeschmack davon lieferte Hagens Routinier Adam Hess, der mit zwei Dreiern in Folge schnell auf neun Zähler Rückstand verkürzte. Die Löwen behielten allerdings die Kontrolle und gingen mit einem aggressiven Korbleger von Derek Needham, der auf 51:36 erhöhte, in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Löwen-Center Kenny Frease, der eine gute erste Halbzeit abgeliefert hatte (6 Punkte, 6 Rebounds, 4 Assists, 2 Blocks), erst einmal, was er nicht kann: An der Linie traf er keinen von zwei Freiwürfen – ein ärgerliches Schauspiel, das sich im Laufe der zweiten Halbzeit noch zweimal wiederholen sollte. An der wieder einmal miserablen Freiwurfquote der Löwen (14/26, 54 Prozent) hatte der Wühlbüffel, der in Halbzeit eins auch einige tolle Pässe gespielt hatte, also entscheidenden Anteil.

Trotz der vergebenen Chancen an der Linie konnten die Löwen den Vorsprung sogar ausbauen. Nach 22 Minuten traf Keaton Grant seinen zweiten Dreier hintereinander zum 57:37. Der BBL-Topscorer schien nun voll da, und auch der Vorsprung war mehr als beruhigend.

Von da an ging es allerdings nur noch abwärts. Würfe, die vorher fielen, wollten nun nicht mehr in den Korb, die Rebounds, in der ersten Halbzeit von den Löwen beherrscht, landeten nun immer öfter bei den Gastgebern. „In der zweiten Halbzeit ist uns das Spiel völlig entglitten. Wir hatten zu viele Einzelaktionen und haben den Ball nicht mehr nach innen gebracht“, analysierte Löwen-Kapitän Nico Simon hinterher. Und räumte außerdem ein, dass nach der hohen Führung die nötige Intensität gefehlt hatte.

Den Hagenern dagegen gelang nun alles. Allen voran Teamleader David Bell, seit vielen Jahren in Hagen, führte das Team nun und erzielte einige seiner 21 Punkte. Acht Minuten vor Spielende erzielte D.J. Covington die erste Führung der Hagener seit den Anfangsminuten (66:64), drei Minuten vor Schluss führten die Hausherren vor 3154 begeisterten Zuschauern in der Enervie-Arena gar zweistellig (78:68), als David Bell mit aller Macht zum Korb ging. Als sie das Spielfeld mit hängenden Köpfen verließen, hatten die Löwen, die so stark gestartet waren, bis sie sich schließlich auf ihrer deutlichen Führung ausruhten, in Halbzeit zwei gerade mal 21 Zähler aufgelegt.

In der Tabelle stehen die Löwen nach Abschluss der Hinrunde – und vor der Allstar-Pause – auf Rang zehn, punktgleich mit ihren letzten Gegnern, Hagen und den Ulmern, die auf Playoff-Platz acht rangieren.

Für die Löwen punkteten: Needham 17, Grant 16, Stevens 13, Nash 10, Simon 6, Frease 6, Gertz 2, Adler 2.
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