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Cheftrainer Phil Hickey: „Sehr, sehr frustrierend“

Football: Die Lions haben vor dem Bundesliga-Start noch viel zu tun.

Von Daniel Beutler, 02.05.2012

Braunschweig. Nach der unnötigen 24:26-Niederlage im Europapokal gegen die Triangle Razorbacks herrschte Katerstimmung im Lager der New Yorker Lions. Cheftrainer Phil Hickey hat aber das richtige Rezept dagegen: Bewegung. „Eigentlich wollte ich am Dienstag das Training ausfallen lassen. Aber nach dem Spiel geht das nicht mehr“, sagte Hickey nach dem Duell mit den Dänen. Und so bat er gestern sein Team am Tag der Arbeit auf den Platz an der Roten Wiese, um an den Fehlern zu arbeiten, die am Sonnabend offen zu Tage traten.

„Die lassen sich aber alle schnell korrigieren“, ist sich der Headcoach mit Blick auf den Start der Bundesliga-Saison am 12. Mai sicher. Als Kern für die vielen Fehler hat er zwei Faktoren ausgemacht. „Wir waren nicht voll konzentriert, und die Trainingsbeteiligung war schlecht. So lassen sich 90 Prozent der Fehler erklären“, sagt Hickey.
Darauf führt der Cheftrainer auch zurück, dass sowohl Quarterback Michael Herrick als auch seine Passempfänger kein gutes Spiel gezeigt haben. „Das Timing hat gefehlt. Bei unserem Angriffssystem wartet der Quarterback nicht erst, bis ein Spieler frei ist, sondern wirft den Ball zu einem gewissen Punkt. Da muss der Wide Receiver dann sein“, erklärt der Cheftrainer. Das hat gegen Triangle fast gar nicht funktioniert. „Das ist sehr, sehr frustrierend, wenn man bedenkt, wie viel Platz die Razorbacks unseren Passempfängern gegeben haben“, hadert der Headcoach. „Eigentlich hätten wir die Verteidigung auseinandernehmen müssen.“
Einen Anteil am schlechten Abschneiden des Angriffs hatte auch die eigene Offense Line. Zwar hatten drei Spieler verletzt gefehlt, aber auch die gesunden waren unter der Woche nicht alle beim Training. „Das muss jeder einfach verstehen, dass sie die drei Stunden am Dienstag und Donnerstag für die Spiele brauchen. Da darf es keine Ausreden geben“, macht der US-Amerikaner deutlich. „Das passt einfach nicht zu den Zielen, die wir uns im Trainingslager in Italien gesteckt haben.“
Die eigene Abwehr hingegen zeigte über weite Strecken eine gute Leistung, hatte aber auch ihre Aussetzer. Zum Beispiel der Touchdownpass zum 11:14. „Da hat Triangle das gemacht, wozu wir sie zwingen wollten, aber obwohl zwei Passverteidiger da waren, kam der Ball an. Das darf nicht passieren“, kritisiert Hickey und sagt ganz deutlich: „Da erwarte ich mehr von unseren Playmakern, die wir genau deshalb geholt haben. Aber das wissen sie auch.“
Zu den spielerischen Fehlern gesellten sich auch mentale Schwächen, die in der Summe dem dänischen Außenseiter in die Karten spielten. Allem voran die Tatsache, dass man den Gästen das ganze Spiel über das Gefühl gegeben habe, sie könnten das Spiel gewinnen. „In der Halbzeit habe ich in der Kabine zu den Spielern gesagt, dass wir sie jetzt kriegen, weil sie immer schwächer werden. Genau das Gegenteil ist eingetreten, weil wir es ihnen erlaubt haben“, ärgert sich Hickey, betont aber noch mal: „Ich habe keinen Zweifel, dass wir alles bis zum Bundesliga-Start in den Griff kriegen.“
Am 12. Mai wird sich zeigen, ob die Lions nur Durchhalteparolen zu bieten haben oder ernsthaft in der Lage sind, um die Meisterschaft mitzuspielen.
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