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Chancenlose Adler ergeben sich den Lions

Gleich knallts: Lions-Verteidiger Julian Völker (links) stürmt auf Berlins Spielmacher Paul Zimmermann zu. Auch ohne viele Leistungsträger in der ersten Abwehrreihe, bauten die Braunschweiger viel Druck auf. (Foto: Karsten Reißner)

Die New Yorker Lions lassen bei den Berlin Adlern nichts anbrennen und schlagen den Hauptstadtclub mit 62:0. Nach dieser wenig spannenden Machtdemonstration, die mehr wegen ihrer Rekordjäger auf Seiten der Lions in Erinnerung bleiben wird, richtete sich der Fokus schnell auf die kommende Partie: Mit einem Sieg am Wochenende können die Lions die Nordmeistschaft sichern.

Von Daniel Beutler
Braunschweig. Mit einem überzeugenden Sieg sind die New Yorker Lions vom Gastspiel bei den Berlin Adlern zurückgekehrt. Der 62:0-Sieg vor etwas mehr als 1000 Zuschauern war in der Höhe verdient und markiert den höchsten Sieg seit langem. Vor zwei Jahren gewannen die Braunschweiger bereits mit 63:2 bei dem desolaten Hauptstadtclub. Gegen die Lions konnten die Berliner auch in diesem Jahr nicht Ansatzwese mithalten. Und das obwohl die Lions auf etliche Leistungsträger verzichten mussten.

Im Angriff fielen gleich drei Wide Receiver aus, die sonst für die großen Raumgewinne verantwortlich zeichnen: Niklas Römer, Jan Hilgenfeldt und Nate Morris sind verletzt. Die meiste Erfahrung brachte Christian Bollmann in die Riege junger Spieler. Und Bollmann, der ewige „Löwe“, schickt sich an, einen Rekord von Lions-Legende Kelvin Love zu brechen. Der Passempfänger ging mit 442 gefangenen Pässen in die Partie gegen die Adler – drei kamen im Laufe des Spiels hinzu, wovon zwei einen Touchdown brachten. Um Loves Rekord-Marke von 449 gefangenen Pässen für die Lions zu erreichen, fehlen ihm also noch vier gefangene Pässe. Der Jagd nach Meilensteinen nicht genug: Runningback David McCants knackte gegen die Adler die 10.000-Yards-Marke für Raumgewinne. „Ich muss gestehen, dass ich diese Meilensteine nicht so im Blick habe, aber ich freue mich für die Jungs, wenn sie diese Rekorde aufstellen“, räumte Lions-Cheftrainer Troy Tomlin ein.
In der Abwehr fehlten derweil die Passverteidiger Tissi Robinson und Lars Steffen ebenso wie die Defense-Line-Spieler Jacob Schridde, Mete Konya, Christopher Cauvet und Patrick Finke.
Die Ersatzspieler füllten diese Lücken blendend. „Ich bin zufrieden“, gab Tomlin denn auch zu Protokoll. Seinen Angriff konnte er erneut dabei beobachten, wie er gnadenlos effizient die gegnerische Abwehr zerlegte. Quarterback Casey Therriault brauchte nur 25 Spielzüge, um insgesamt 42 Punkte zu verantworten ehe er an der Seitenlinie seine verdiente Pause bekam. Mit Tom van Duijn als Spielmacher am Steuer, der zuvor schon die verletzten Kicker Hilgendeldt und Tobias Goebel vertrat, kamen noch weitere 20 Punkte hinzu. Großen Anlass für Analysen oder spannende Geschichten bot die Partie selber nicht. Die Gastgeber spielten wie ein Absteiger. Teilweise haarsträubende Fehler häuften sich, falsche Entscheidungen wurden getroffen – unterm Strich kam da nicht viel von den Adlern.
Was für den Head Coach also schon Minuten nach dem Abpfiff wichtiger war als die Feier eines Kantersieges: „Als nächstes kommt Hildesheim“, betonte der Cheftrainer. Das Gastspiel der Invaders im Eintracht-Stadion am Samstag wird höchstwahrscheinlich zu einer Titelfeier. Gewinnen die Braunschweiger, ist ihnen die Meisterschaft in der Bundesliga-Nordgruppe nicht mehr zu nehmen.
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