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Carlton Guyton freut sich auf das Oberhaus

Hoffnungsträger aus der ProA: Carlton Guyton. Foto: T.A.

Basketball-Bundesliga: Der Neuzugang der Löwen aus Chicago sammelte drei Jahre lang Erfahrung in der 2. Bundesliga.

Von Christoph Matthies, 09.09.2016.

Braunschweig. Drei Jahre in der Zweitklassigkeit sind Carlton Guyton genug: Nach Stationen in der 2. Liga ProA in Ehingen und Gotha soll der Shooting Guard in der kommenden Saison den Löwen-Basketballern helfen, Spiele zu gewinnen und so den angepeilten Klassenerhalt in der Bundesliga zu sichern.

„Das muss das erste Eichhörnchen sein, das ich in Deutschland sehe“, sagt Guyton, als wir uns zum Gespräch im Hasenwinkel treffen, wo eines der munteren Nagetiere von Ast zu Ast springt. Der Amerikaner erzählt, dass es in seiner Heimat viel mehr „Squirrels“ zu sehen gebe – selbst in seiner Geburtsstadt Chicago, die man eher mit ihrer Skyline und Gangster-Klischees verbindet.

Nach der langen Zeit in Ehingen und Gotha ist der 26-Jährige froh, in Braunschweig angekommen zu sein. Dabei ist es nicht so, dass es ihm in den beschaulichen Orten nicht gefallen hätte. „Aber ich bin eher der Großstadt-Typ“, sagt er und kann viel aus seiner Kindheit und Jugend in der „Windy City“ erzählen. Sein Vater ist Pastor in Chicago, und so besuchte der kleine Carlton eine Kirche, die von einem Tempel anderer Art auf der gegenüberliegenden Straßenseite überragt wurde: dem United Center, wo Michael Jordan und seine Bulls Basketball-Geschichte schrieben.

Für die ganz große NBA-Bühne hat es bei Guyton, der nach der Highschool die Kent State University in Ohio besuchte, nicht gereicht. In Deutschlands 2. Liga hat er sich dafür einen Namen gemacht. Als vielseitiger Guard, guter Scorer und sprunggewaltiger Athlet. Nach drei Jahren in der ProA freut er sich über die Chance, die sich ihm in Braunschweig bietet. „Das Spiel in der BBL ist schneller, und nicht nur die Amerikaner, sondern insbesondere auch die deutschen Spieler sind besser in der Bundesliga.“ Hier zeigen zu können, was er draufhat, ist ein wichtiger Schritt in der Karriere des 1,93-Meter-Mannes.

Doch Basketball ist nicht alles im Leben von Carlton Guyton, der Neu-Löwe hat zum Beispiel auch eine künstlerische Ader. „Ich zeichne gern“, sagt er, „aber nur, wenn mir wirklich langweilig ist.“ Sein erstes Tattoo hat er selbst entworfen. Auch mit Rhythmen kennt Guyton sich aus, als Kind saß er in der Kirche am Schlagzeug. Allmählich findet der Vater einer dreijährigen Tochter auch in Braunschweig seinen Rhythmus, im Test gegen Jena am Sonntag punktete er mit 15 Zählern erstmals zweistellig.

Mit den ernüchternden Testspiel-Ergebnissen ist Guyton gar nicht zufrieden, aber er ist zuversichtlich, dass der Saisonstart anders laufen wird. Doch auch ihm wird klar sein: Das anvisierte Ziel, den Klassenerhalt zu erreichen, wird – um es wie die Eichhörnchen zu sagen – eine harte Nuss.
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