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Braunschweiger Fan-Gruppe in Baku

Fußball: Mittwoch Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft in Aserbaidschan

Von Robin Koppelmann, 09.08.2009

Baku. Aserbaidschan: „Das Land des Feuers”, wie es mancher Touristenführer weiß, mit seiner Hauptstadt Baku, „Der Stadt der Winde”. Attraktive Titel für ein eher unbekanntes Land im Kaukasus.

Die Grenze zwischen Europa und Asien, zwischen westlichem Kapitalismus und orientalischer Lebenskultur. Und mittendrin eine Reisegruppe Braunschweiger Fußballfans, welche die Nationalmannschaft zu ihrem Qualifikationsspiel am kommenden Mittwoch (18 Uhr) begleitet.
Die Anreise über Berlin und Riga verlief problemlos, nachdem zuvor Visaformalitäten geklärt werden konnten. Ein Besuch in Aserbaidschan ist auf dem Papier nämlich gar nicht so einfach, Angst vor Terror und der Dauerkonflikt mit Armenien erschweren auch für Deutsche die Einreise.
Abgeholt wurden wir von Rov-shan, einem jüngeren Aserbaid-schaner, der für die neue Generation steht: Dynamisch, Englisch sprechend und international aufgeschlossen. Rovshan erzählte von Baku und von den Vorzügen seines Landes. Spannend in jedem Fall, genauso wie die Autofahrt durch Baku. Verkehrsregeln werden eher als zweitrangig betrachtet und so gleichen sowohl Straßen wie Autos einem geordneten Chaos. Die allseits präsente Polizei fügt sich im hupenden Durcheinander nahtlos ein.
Die Stadt selbst weiß durchaus zu gefallen. Einem muslimisch geprägten Stadtkern (die Mehrzahl der Aserbaidschaner sind Moslems) folgt eine bunte Mischung aus Sowjetrelikten, europäischen Neubauten und der Küste zum Kaspischen Meer. Der Ölboom macht Baku zu einer Riesenbaustelle, die Kluft zwischen arm und reich wird größer. Das Stadtbild ist insgesamt dennoch sicher und freundlich, die Menschen freuen sich über die seltenen Gäste aus Deutschland und wirken fast aufdringlich.
Gerne hilft man uns zur Not mit Händen und Füßen weiter und so gelingt es auch, am vergangenen Donnerstag einen ersten Vorgeschmack auf das Länderspiel zu erlangen: Über 20 000 fanatische Anhänger unterstützen den FK Qarabag im aus unserer Sicht unbedeutenden Europa Leaguespiel gegen die Finnen von Honka Espoo.
Qarabag gelingt das Weiterkommen und obwohl die Besucher des Spiels eigentlich keine Bindung zum Verein aus der Krisenregion Karabach haben, verwandelt sich die Stadt in eine Partymeile mit Autokorsos und feiernden Fans. “Das ist wie bei unserer Nationalmannschaft”, zeigt ein Einheimischer seinen Patriotismus voller Stolz über den kleinen Erfolg.
Spätestens seit der Rückfahrt im Linienbus (der hier ohne festen Fahrplan verkehrt) mit feiernden Fans, steigt die Vorfreude auf das Mittwochspiel. Auch unsere weibliche Mitfahrerin, die wohl als einzige Frau im Stadion zugegen war, war sichtlich angetan.
Fragt man die Aserbaidschaner nach dem Qualifikationsspiel, hört man durchaus Zuversicht: “0:0” hoffen die meisten Fans und stützen sich auf “ihren” Nationaltrainer Berti Vogts.
Wir dürfen auf den Mittwoch gespannt sein.
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