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Bleibt es beim Derby friedlich?

Eintracht Braunschweig bei Hannover 96.

Von Martina Jurk, 06.11.2013.
Braunschweig. Friedlich ein spannendes Fußballspiel erleben – das wollen die Städte Braunschweig und Hannover, die Mannschaften, die Polizei und die meisten Fans. Sie alle unterstützen entsprechende Initiativen.

Für beide Mannschaften hat mit dem Aufstieg Eintracht Braunschweigs in die erste Fußball-Bundesliga gerade diese Begegnung eine besondere, bundesweit wohl einmalige Brisanz – lange genug mussten die Fans darauf warten. 37 Jahre, um genau zu sein. Und dass ein Derby sowieso eigene Regeln hat, ist ein ungeschriebenes Gesetz im Fußball.
Besonders die Polizei bereitet sich intensiv auf den Freitagabend vor. Die Braunschweiger Beamten wollen dafür sorgen, dass es auf der Fahrt nach Hannover zu keiner Randale kommt. „Wir bauen auf das Fußballinteresse der Fans“, sagt Polizeisprecher Joachim Grande. Auf der Autobahn und den Raststätten sei die Polizei mit einer zusätzlichen Hundertschaft präsent – bis zur Peiner Westgrenze. In Hannover selbst ist die dortige Polizei zuständig, die unterstützt wird von der Bereitschaftspolizei Niedersachsen und der Bundespolizei. Mehr als 4000 Braunschweiger Fans machen sich am Freitag mit dem Auto oder mit dem Zug auf den Weg zum Spiel. „Wir gehen von einer störungsfreien Abfahrt aus“, so Joachim Grande. Die Hannoveraner Polizei werde die ankommenden Fanströme lenken. Getrennte Parkplätze und Sicherheitszonen zwischen den Fanblöcken im Stadion sollen Eskalationen verhindern. Für die Braunschweiger Polizei beginnt der Einsatz erst wieder nach dem Spiel, wenn die Fans zurück sind. „Wir werden dann verstärkt in der Stadt unterwegs sein“, meint Polizeisprecher Joachim Grande. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ruft zum friedlichen Besuch des Duells auf. Durch Plakate weist sie darauf hin, dass alle bei den Derbys Beteiligten ausschließlich auf dem Platz Gegner seien.
Lust auf das Derby macht ein Video-Clip auf Youtube (http://youtu.be/mVZhHLQKnd0). Darin gehen die ehemaligen Stars von Eintracht Braunschweig und Hannover 96, Kosta Rodrigues und Carsten Linke, gemeinsam mit anderen Fans ins Stadion und freuen sich auf ein unterhaltsames Spiel. Keine Spur von Hass oder Feindschaft. Die Initiatoren von „Wiedervereint in alter Liebe, Wiedersehen in Eintracht“ haben den Video-Clip herausgebracht. Die beiden Fußballvereine und Stadtmarketinggesellschaften in Hannover und Braunschweig unterstützen die Initiative. Neben dem Clip wurden noch weitere Ideen entwickelt, die für ein gemeinsames Fußballerlebnis am 8. November sorgen sollen. So gibt es beispielsweise die Aktion „Seitenwechsel“. Hier treffen sich Fans aus unterschiedlichen Szenen in den Tagen und auch direkt vor dem Spiel zum Kaffee oder Bier vorab.
Für Empörung sorgte dagegen eine ganz andere Aktion. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Hannover verunglimpfte Braunschweig als „verbotene Stadt“ in einem offiziellen Schreiben der Verwaltung. Oberbürgermeister Stefan Schostok kündigte „disziplinarische Konsequenzen“ an und entschuldigte sich bei seinem Amtskollegen Dr. Gert Hoffmann. „Ich habe mich für den Anruf bedankt, den ich als ein Zeichen unserer guten, auch persönlich guten, Beziehungen sehe. Ich habe Herrn Schostok auch gesagt, dass ich der Sache keine größere Bedeutung beimesse“, sagte Hoffmann.
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