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Bittere Löwen-Niederlage nach Verlängerung

Löwen-Topscorer Nico Simon (19 Punkte) verfehlte keinen seiner drei Dreierversuche. Foto (Archiv): T.A.

Basketball-Bundesliga: Dreißig starke Minuten reichen nicht – Ludwigsburg gewinnt 103:96 in der VW-Halle.

Von Christoph Matthies, 11.10.2015.

Braunschweig. Die gute Nachricht zuerst: Drei Viertel lang dominierten Braunschweigs Erstliga-Basketballer am Sonntagabend in der Volkswagenhalle ihren Gast aus Ludwigsburg. Die schlechte Nachricht: Am Ende setzte sich das tiefer besetzte Team aus Süddeutschland mit 103:96 (42:57, 92:92) nach Verlängerung durch. „Die Ludwigsburger haben das Geschenk, das wir ihnen gemacht haben, dankend angenommen“, bilanzierte der sichtlich frustrierte Löwen-Trainer Raoul Korner hinterher.

Eine wahre „Schlacht“ zwischen Löwen-Center Kenny Frease und seinem Ludwigsburger Gegenüber Jon Brockman hatte Korner vorhergesagt, und schon der Beginn der Partie machte deutlich, was der Braunschweiger Trainer meinte. Nach 17 Sekunden brachte „Wühlbüffel“ Frease die Gastgeber erstmals in Führung, als er seine Masse im Lowpost voll zur Geltung brachte. Nur wenig später stopfte der „Big Man“ nach schönem Anspiel von Derek Needham mit Schmackes zur 9:6-Führung.

Und Brockman? Der Ex-NBA-Mann zeigte, warum er immerhin 150 Einsätze in der besten Liga der Welt im Lebenslauf stehen hat. So erzielte er die ersten neun Punkte für die Schwaben und rackerte gewohnt fleißig an den Brettern. Trotzdem: Nach sechs Minuten traf Derek Needham seinen ersten Dreier und es stand 22:12 für die Löwen. Ein Tip-In von Tyrone Nash besorgte den 31:23-Zwischenstand nach zehn Minuten.

Mit Beginn des zweiten Viertels schlug die Stunde von Keaton Grant, der nun heißlief und mit einem Dreier und zwei langen Halbdistanztreffern auf 40:27 erhöhte. Eine Minute später ging dann ein lautes Raunen durch die VW-Halle: Kenny Frease hatte einen seiner Zuckerpässe ausgepackt und Nico Simon per Bodenanspiel gefunden, der per Korbleger leichtes Spiel hatte (44:30, 15. Minute). Vor der Pause wollte der bullige Center dann aber auch noch mal selber auf die Anzeigetafel. Die letzten sieben Zähler der Löwen gingen auf das Konto von Frease, und die 15-Punkte-Halbzeitführung war beruhigend.

Aus 15 wurden schnell 20, als die Braunschweiger den Ball nach der Pause bewegten wie die San Antonio Spurs und Nico Simon so einen freien Wurf aus der Dreierdistanz bekam, den er einnetzte (62:42). Der Löwen-Kapitän (19 Punkte) machte an diesem Abend eines seiner besten Partien im blau-gelben Dress. Und Coach Korner lobte hinterher – trotz der Niederlage – die „sensationelle“ Ballbewegung in dieser Phase.

Die 74:58-Führung, mit der die Löwen ins Schlussviertel gegangen waren, schmolz in den letzten zehn Minuten allerdings so kontinuierlich wie die Polkappen. Als Tekele Cotton in der 32. Minute per Floater traf, war der Vorsprung nur noch einstellig (75:66). „Wir haben sie in den letzten sieben Minuten nicht mehr stoppen können“, sagte Korner über die folgende Phase. Fünfzig Sekunden vor dem Ende war es erneut Cotton, der per Dreier auf 87:90 verkürzte. Ludwigsburgs bis dahin Bester, Center Jon Brockman, saß da schon seit fast fünf Minuten mit fünf Fouls auf der Bank – dem Spiel seines Teams hatte das allerdings nicht geschadet. Per Slam Dunk brachte Center Jason Boone die Gäste 13 Sekunden vor Schluss bis auf einen Punkt heran. Braunschweigs Derek Needham erhöhte an der Freiwurflinie cool auf 92:89, bevor Ludwigsburgs zweiter Ex-NBA-Mann, Point Guard Mustafa Shakur, den wichtigsten Wurf des Spiels traf. Mit noch vier Sekunden auf der Uhr stieg der Amerikaner hoch in die Luft und versenkte den Dreier, der die Overtime bedeutete.

Das Momentum war nun auf Seiten der Ludwigsburger, die auch besser in die Verlängerung starteten und diese schließlich mit 11:4 für sich entschieden. Weggeschenkt hatten die Löwen den Sieg allerdings bereits im Viertel zuvor.

Für die Löwen punkteten: Simon 19, Nash 18, Grant 17, Needham 16, Frease 14, Stevens 7, Adler 3, Gasser 2.
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