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Bei Florian Kraft hat der innere Schweinehund einen Maulkorb

Der gebürtige Braunschweiger Extremsportler gewann dieses Jahr den Ultraman in Kanada

Von Daniel Beutler

Braunschweig. Eigentlich kann man vor einem Extremsportler wie Florian Kraft nur den Hut ziehen. In drei Tagen legte Kraft dieses Jahr beim Ultraman in Kanada zehn Kilometer schwimmend, 421 auf dem Fahrrad und 84 zu Fuß zurück und überschritt nach 24:46,06 Stunden als Erster die Ziellinie. Einer von bisher vielen Erfolgen für den 35 Jahre alten Wirtschaftsingenieur.

Dafür trainiert und arbeitet er hart. In diesem Jahr hat er schon über 7800 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt, ist über 1800 Kilometer gelaufen und mehr als 265 Kilometer geschwommen. Motivationsprobleme hat er dabei aber keine. „Ich setzte mir am Anfang des Jahres meine Ziele, die ich erreichen will, und die motivieren mich dann, während des Trainingszyklus jeden Tag um sechs Uhr aufzustehen und auch bei Regen laufen zu gehen“, erklärt Kraft, der voll berufstätig ist. „Es ist nötig, unheimlich gut zu organisieren und planen zu können, um das nötige Trainingspensum zu erreichen: Man muss Alltägliches minimieren, um die Zeit fürs Training zu optimieren“, sagt Kraft. Deshalb läuft er häufig von Wedelheine den Weg zur Arbeit nach Wolfsburg oder legt die Strecke auf dem Fahrrad zurück.
Angefangen hat alles für Florian Kraft im Alter von vier Jahren, als er mit dem Schwimmen begann und es bis in den Landeskader schaffte. 1995, mit Beginn des Studiums, hörte der gebürtige Braunschweiger mit dem Leistungssport auf, bis ihn irgendwann die Speckgürtel störten, die er sich angefuttert hatte.
Er suchte eine neue Herausforderung und fand zunächst den Marathon. Aber das reichte ihm nicht lange. „Durch meine Schwester kam ich zum Triathlon und hatte da recht schnell das Ziel, in Hawaii beim Ironman mitzumachen. Wegen des Mythos der um die Veranstaltung rankte“, erinnert sich Kraft. Bei dem einen blieb es nicht, wie die große Landkarte in seinem Wohnzimmer verrät. Von Hawaii bis Neuseeland stecken überall rote und grüne Fähnchen. Nur Sibirien, Afrika und Südamerika sind noch weiße Flecken. „Wo rote Fähnchen stecken, war ich alleine und bei den grünen zusammen mit meiner Frau. Meist im Urlaub“, erklärt Kraft. Wobei Urlaub relativ zu verstehen ist. „Wir verbinden meist Wettkämpfe mit einem Urlaub“, berichtet der 186 Zentimeter große Athlet.
Die Strapazen im Wettkampf zu überstehen, hilft ihm der gleiche eiserne Wille, der ihn morgens um sechs Uhr aufstehen lässt. Erst wenn der anfängt schwächer zu werden, seine Frau und seine kleine Tochter ihn morgens aus dem Bett scheuchen müssen, will Kraft kürzer treten. Erst aber noch steht ein Ironman in Jordanien als Ziel auf der Wunschliste.
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