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Aus New York ins Siegfriedviertel: Tyrone Nash verstärkt die Löwen

Wird bei den Löwen auf mehreren Positionen zum Einsatz kommen: Tyrone Nash. Foto: T.A.

Basketball-Bundesliga: Der Forward mit BBL-Erfahrung weckt Erinnerungen an eine NBA-Ikone.

Von Christoph Matthies, 14.08.2015.

Braunschweig. Den Sommer hat Tyrone Nash überwiegend in seiner Heimatstadt New York City verbracht. Am Mittwoch traf der Neuzugang der Löwen-Basketballer nun in Braunschweig ein und bezog seine Wohnung im Siegfriedviertel. Gestern stand er zum ersten Mal mit dem Korner-Team in der Tunicahalle.

Aufgewachsen ist Nash in Queens, im Osten des Big Apple. Als kleiner Junge besuchte er mit seinem Vater den altehrwürdigen Madison Square Garden, feuerte die New York Knicks an – und weinte, als er das „Mekka des Basketballs“ wieder verlassen musste. „Das erste Spiel, das ich gesehen habe, war gegen die Chicago Bulls. Wir haben ganz oben gesessen, auf den Plätzen, wo du fast Nasenbluten bekommst“, denkt er an ein Kindheitserlebnis zurück, das ihn geprägt hat.

Heute, mit 26, ist Tyrone Nash selber Profi. Nicht in der NBA, aber immerhin in der Basketball-Bundesliga, die in Europa keine schlechte Adresse ist. Ob es mit der NBA noch klappt? „Wenn du einem Traum folgst, schreibst du ihn niemals ab. Und es kann viel passieren, wenn du weiter gut spielst“, sagt er und erinnert an Chris Copeland. Der Ex-Trierer und BBL-Topscorer von 2010 schaffte es mit 28 Jahren noch in die beste Liga der Welt. „Und Pablo Prigioni ist mit 35 in die NBA gegangen. Also weiterkämpfen und sehen, was passiert.“

Extrem vielseitig

Im vergangenen Sommer hätte es schon klappen können mit dem großen Traum. Beim Medizincheck der New Orleans Pelicans wurde dann allerdings ein Ermüdungsbruch im Schienbein festgestellt, der ihn monatelang außer Gefecht setzte. In Tübingen, wo er die ersten drei Jahre seiner Profi-Karriere verbracht hatte, war die Verletzung nicht diagnostiziert worden, Nash spielte lange unter Schmerzen.

Fragt man Raoul Korner, warum er sich für Tyrone Nash entschieden hat, nennt er als Erstes die Vielseitigkeit des 2,03 Meter großen Forwards. „Man kann ihn auf der Vier und der Fünf, aber sogar auf der Drei einsetzen – offensiv wie defensiv“, freut sich der Löwen-Headcoach über die Möglichkeiten, die der körperlich starke Nash ihm bietet.

Linkshänder, extrem variabel, physisch stark, knapp über zwei Meter groß und aus Queens: Bei jedem Basketballkenner, der die neunziger Jahre nicht unter einem Stein verbracht hat, klingelt es bei diesem Steckbrief. Er beschreibt nicht nur Tyrone Nash, sondern trifft auch exakt auf Anthony Mason zu. Die viel zu früh verstorbene Ikone der Knicks verteidigte in den NBA-Finals 1994 gegen die Center-Legende Hakeem Olajuwon. Nash hat Mason im „Garden“ gesehen, auch in besagtem ersten NBA-Spiel. Damals nahm er keinen Geringeren als Michael Jordan an die Leine.

„Ich will lauter werden“

Der Vergleich mit Mason, einem der besten Verteidiger der Neunziger, schmeichelt Nash – und er findet ihn treffend. „Mason war ein sehr physischer Spieler, der es liebte, den Rebound zu holen und den Fastbreak zu initiieren. Ein echter Point Forward und Hansdampf in allen Gassen.“ Eigenschaften, die auch auf ihn zutreffen. „Aber ich würde sagen, dass ich ein besserer Freiwerfer bin“, schiebt er selbstbewusst hinterher. Kurz vor seinem tragischen Herztod im Februar hätte er Mason noch in der Grand Central Station in Manhattan gesehen, erzählt Nash, der gerade auf dem Weg zum Training war.

Nach kurzen Abstechern nach Frankreich und in die Dominikanische Republik ist der Neulöwe zurück in der BBL. Mit Braunschweig möchte Nash nun in die Playoffs. „Wir sind jung und voller Energie“, sagt er. Persönlich möchte er lauter werden, Führungsqualitäten zeigen. Und er verspricht: „Ich werde mir den Hintern aufreißen.“ Anthony Mason würde es gerne hören.
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