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Aufbauspieler mit Klebewirkung

Basketball-Bundesliga: Ex-Bonner Miah Davis ist neuer Point Guard der New Yorker Phantoms.

Von Christoph Matthies, 22.08.2012

Braunschweig. Mit Aufbauspieler Miah Davis haben die Phantoms ihre Schaltzentrale neu besetzt. Der 31-jährige US-Amerikaner ist kein Star, sondern ein Anführer, der seine Mitspieler besser macht.

In den USA werden sie „glue guys“ genannt: Spieler, die selten im Rampenlicht stehen oder spektakuläre Statistiken auflegen, aber durch ihren stets vorbildlichen Einsatz, ihre professionelle Einstellung und ihr charismatisches Auftreten ein Team zusammenschweißen und zu Höchstleistungen anspornen. Der Finne Markku Larkio, der bis 2004 drei Jahre lang an der Oker Basketball spielte, war der Prototyp eines solchen Spielers. Mit der Verpflichtung von Jeremiah „Miah“ Davis hoffen die Phantoms, einen echten „glue guy“ für ihr neu aufgestelltes Team gefunden zu haben.
Auf die Eigenschaften des 31-jährigen Aufbauspielers angesprochen, der in der Saison 2007/2008 für die Baskets Bonn bereits in der Bundesliga aktiv war, sieht Sportdirektor Oliver Braun gewisse Parallelen zu Ex-Phantom LaMarr Greer. Als „Kleber zwischen den einzelnen Spielern“ solle Davis fungieren, ein echter Führungsspieler sein. In Bonn hatte dies seinerzeit geklappt, Davis führte die Magentafarbenen mit kämpferischer Einstellung und tollen Playoff-Leistungen in die BBL-Finals 2008, wo sie sich schließlich Alba Berlin geschlagen geben mussten. Neben einer starken Verteidigung lobt Braun außerdem die Nervenstärke des Routiniers: „Er hat schon häufig Spiele in der Crunchtime entschieden.“
Der nur 1,83 Meter große US-Amerikaner verbrachte seine Profikarriere vor allem in Polen und auf Zypern. Auch für Phantoms-Headcoach Kostas Flevarakis ist Davis kein Unbekannter: Im Frühjahr 2011 absolvierte der Point Guard vier Partien für dessen damaligen Klub Ilisiakos Athen. In der vergangenen Saison spielte Davis im belgischen Leuven, wo er in durchschnittlich gerade einmal 17 Minuten Spielzeit allerdings nur fünf Punkte und 1,5 Assists erzielte. „Es ist klar, dass wir auf der Position des Point Guards nicht wie Bamberg oder Oldenburg einen Anton Gavel oder Bobby Brown verpflichten können“, räumt der Phantoms-Sportdirektor ein, dass es sich bei Davis nicht um den von einigen Fans erhofften „Kracher“ handelt. „Wir müssen da ein bisschen auf Individualität verzichten und dafür einfach mehr auf Team gehen.“ Braunschweigs Basketballer sind weiterhin auf der Suche nach ihrem Center für die erste Fünf, der eventuell noch diese Woche vorgestellt werden soll.
Am Montag sind die Phantoms für vier Tage ins Trainingslager nach Bad Blankenburg aufgebrochen, wo an der Athletik gefeilt und die Gemeinschaft des Teams gefördert werden soll. Im Kreise seiner neuen Mitspieler hat Miah Davis dort auch ausgiebig Gelegenheit, seine „Klebewirkung“ unter Beweis zu stellen.
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