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Auf einer Wellenlänge mit den Fans

Footballschauen ist spannend – Footballhören auch, dank dem Web-Radio der Lions.

Von Daniel Beutler, 10.07.2011

Braunschweig. American Football ist kein leichter Sport. Auf dem Platz passiert vor und bei jedem Spielzug ziemlich viel. Da den Überblick zu behalten, ist eine Sache. Das per Radioübertragung den Zuhörern zu Hause zu schildern eine andere.

Imke Schwark und Ralph Gazioch stellen sich dieser Aufgabe. Für das Web-Radio der New Yorker Lions übertragen sie die Spiele an den heimischen PC und berichten den Zuhörern, was die
22 Spieler auf dem Feld so anstellen. Und das ist beim Football nun mal eine Menge.
„Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt! Tooor, Tooor, Tooor!“ So leicht wie Herbert Zimmermann bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 haben es Schwark und Grazioch nicht. Während zum Beispiel beim Fußball, alles auf den Ball schaut und eine Aktion nach der anderen passiert, muss man beim Football auf alle Spieler gleichzeitig achten. Bevor der Spielzug überhaupt losgeht, feuern die beiden erstmal einige Sätze über die Aufstellung durch das Internetkabel. Und das jedes Mal aufs Neue. „Das ist schon extrem schwierig, sich auf den Angriff zu konzentrieren und auch ein Auge auf die Verteidigung zu haben“, berichtet Gazioch. Wenn der Ball unterwegs ist, wird es kurz leichter. Und dann gilt es, das Geschehene für den Hörer aufzuarbeiten.
„Aber das kann eigentlich jeder“, spielt Gazioch die Arbeit ein bisschen runter. „Die Spiele, in denen viel passiert und es spannend ist, sind sogar einfacher. Bei den Eindeutigen weiß man irgendwann nicht mehr, was man erzählen soll.“ Man dürfe halt nicht introvertiert sein, sagt der 44-Jährige, der noch immer von einem Musikfestival zum nächsten tingelt.
Zwischen 80 und 500 Zuhörer klinken sich in die Übertragung ein und lauschen den Schilderungen der beiden Moderatoren, die regelmäßig bissige Kommentare durch den Äther schicken. Unterhaltung garantiert. „Wir versuchen aber, die Emotionalität rauszulassen und als neutrale Beobachter zu kommentieren“, sagt Gazioch, der sich seit 1988 mit dem deutschen Football beschäftigt. Er hat auch mal probiert, selbst zu spielen, stand als Line-backer auf dem Feld. „Da habe ich aber schnell gemerkt, dass ich besser neben dem Platz bleibe“, schmunzelt Gazioch.
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