Anzeige

Auf der Suche nach dem Wurf

Basketball-Bundesliga: Phantoms-Forward Lubos Barton konnte bisher kaum Impulse setzen.

Von Christoph Matthies, 10.03.2013

Braunschweig. Nach dem sportlichen Offenbarungseid beim MBC haben Braunschweigs Basketballer zwei Wochen zum Verschnaufen, ehe sie am nächsten Sonnabend beim BBL-Schlusslicht in Gießen Wiedergutmachung betreiben können.

„Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals mit mehr als 25 Punkten verloren zu haben“, erzählt Lubos Barton und muss noch immer den Kopf schütteln, wenn er an die 58:92-Schlappe in Weißenfels denkt. Vielleicht habe nach vier Siegen hintereinander auch die Einstellung nicht ganz gestimmt, räumt der Tscheche ein: „Der MBC hat extrem gut getroffen, wir dagegen fürchterlich. Das passiert. Aber es ist unsere Unterlegenheit bei den Rebounds, über die wir uns Sorgen machen müssen.“

Barton kann die nächste BBL-Partie kaum erwarten. Einerseits, um die MBC-Pleite aus dem Kopf zu bekommen, nicht zuletzt aber auch, weil er persönlich in Braunschweig noch einiges beweisen möchte. Nach seinem ersten, starken Auftritt gegen die Bayern Ende Januar fiel der nachverpflichtete Small Forward, der in der Phantoms-Rotation allerdings eher auf der Position des Power Forwards eingesetzt wird, in ein Leistungsloch. Vor allem sein Wurf wollte plötzlich nicht mehr fallen, Barton traf in sieben Begegnungen nur 31 Prozent seiner Versuche. Trotzdem bleibt der 32-Jährige zuversichtlich, dass er den Phantoms in den verbleibenden neun Ligaspielen helfen kann. „Ich bin lange genug Profi und weiß, wie ich damit umgehen muss. Es ist frustrierend, aber es braucht nur ein gutes Spiel. Ein paar getroffene Würfe, und du bist wieder da.“ Ein leichter Aufwärtstrend war schon in Weißenfels zu erkennen, wo Barton noch am ehesten zu gefallen wusste.

Dass der Vater einer 15 Monate alten Tochter deutlich mehr drauf hat, als er an der Oker bislang zeigen konnte, beweist ein Blick auf seine eindrucksvolle europäische Karriere. Bologna, Rom, Barcelona, Fuenlabrada bei Madrid: Alles keine schlechten Adressen, die Braunschweig nicht nur sportlich etwas voraus haben. „Wenn ich eine Sache hier nicht mag, dann ist es das Wetter. Aber da bin ich in meiner Laufbahn auch etwas verwöhnt worden“, denkt der in Böhmen geborene Barton gern an seine mediterranen Stationen zurück. Ob es in den verbleibenden Jahren seiner Karriere noch einmal in den Süden geht, ist jedoch ungewiss. Die Krise hätte besonders in Spanien zugeschlagen, die Chance, dort noch mal einen guten Job zu bekommen sei für einen Spieler wie ihn minimal. „Es gibt dort nur eine Handvoll Vereine, die fähig und bereit sind, mich zu bezahlen. Der Rest kann keine Angebote machen, die es anzunehmen lohnt.“ Teilweise sei es richtig chaotisch: „Sie nehmen jemanden unter Vertrag, obwohl sie dir noch Geld schulden“, beschreibt der Euroleague-Veteran die Zustände in Südeuropa. Und lobt gleichzeitig die Professionalität, die in dieser Hinsicht bei den Phantoms herrsche.

Um Spitzenangebote zu bekommen, muss Barton allerdings erst mal wieder Spitzenleistungen bringen. Nach seiner Saison mit den Phantoms, bei denen er sich zunächst für mehr Spielzeit empfehlen will, freut sich der Mann mit der markanten Frisur auf die Europameisterschaft im Sommer. Dort kann er sich mit dem tschechischen Nationalteam auf der ganz großen Bühne präsentieren. Das echte Highlight des Jahres steht allerdings schon im Mai vor der Tür, wenn Lubos Barton und seine Frau Keilley Lee ihren ersten Sohn erwarten.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.