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Ärger um Reserve-Teams

Fußball: Regionalliga-Klubs fordern Reform des DFL-Unterbaus.

Von Elmar von Cramon, 15.09.2010.


Braunschweig. Dem deutschen Fußball könnte auf dem DFB-Bundestag am 21./22. Oktober eine Zerreißprobe bevorstehen. Hintergrund ist die von den Regionalliga-Klubs gemeinsam mit einer Faninitiative auf der Homepage www.pro-regionalliga-reform-2012.de geforderte Reform des DFL-Unterbaus: Es wird angestrebt, die Zweitvertretungen der Profiklubs in einer eigenen Staffel antreten zu lassen. Die Regionalligisten führen Zuschauerrückgänge durch wenig attraktive Gegner an, zudem sei die Durchlässigkeit nach oben zu gering.

Auf einer Managertagung einigten sich die Vertreter der 36 DFL-Klubs jedoch darauf, die momentane Regelung beizubehalten und drohten damit, eine Reihe von freiwilligen Zahlungen an die Amateurvereine einzustellen, sollte der Status quo auf dem Bundestag gekippt werden. Für Eintrachts sportlichen Leiter Marc Arnold sind die Argumente der Regionalliga-Vertreter durchaus nachvollziehbar: „Es ist schwierig, von attraktiven Paarungen zu sprechen, wenn man gegen sieben oder acht Reserveteams antritt.“ Eintracht ist gemeinsam mit Wehen Wiesbaden die einzige Drittliga-Mannschaft, die ein U23-Team in der 4. Liga besitzt und somit die Vor- und Nachteile der momentanen Regelung bestens kennt: „Sportlich bietet die 4. Liga eine hohe Qualität für unseren Nachwuchs, ein Nachteil unterhalb der DFL sind die relativ hohen Lizenzierungsauflagen“, erklärt Arnold, der es für schwierig hält, Veränderungen herbeizuführen: „Die Gelder müssten anders verteilt werden, allerdings ist es schwierig, eine Lösung zu finden, die am Ende niemand als schlecht ansieht.“
Auch Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht kann die Probleme der Regionalliga-Klubs verstehen. Seinem Ex-Verein Waldhof Mannheim wurde vor Saisonbeginn die Lizenz entzogen: „Das ist besonders bitter, allerdings sollte kein Traditionsverein eine wenig attraktive Liga als Ausrede für das Eingehen überhöhter finanzieller Risiken benutzen.“ Für den 37-Jährigen sollte eine Umverteilung der Fernseheinnahmen zugunsten verstärkter Nachwuchsförderung stattfinden: „Man sollte den Vereinen mehr Geld zur Verfügung stellen, dies aber an die Bedingung knüpfen, in Nachwuchszentren oder andere Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur zu investieren.“
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