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Zwischen Smartphone und Deutschkurs

Alle Kooperationspartner auf dem Gruppenfoto. Am Tisch unterschreiben aktuell (sitzend von links): Michael Kleber (DGB), Dr. Andrea Hanke (Stadt Braunschweig); Helmut Streiff (IHK Braunschweig) und Harald Eitge (Agentur für Arbeit). Foto: Agentur für Arbeit

16 Partner schließen sich zusammen: Flüchtlinge sollen schneller in den Arbeitsmarkt.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 30.04.2016.

Braunschweig. Eine Liste mit genau 55 Namen liegt inzwischen vor – das sind 55 von rund 10 000 Menschen in der Region, für deren Integration in die Arbeitswelt sich jetzt 16 Institutionen zusammengeschlossen haben. In den Räumen der Agentur für Arbeit haben die Beteiligten ihr Konzept jetzt vorgestellt.

„Auch wenn der ungesteuerte Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland weitestgehend gestoppt ist, so ist die Integration der rund 10 000 Menschen in unserem Bezirk eine Aufgabe, bei der alle Beteiligten an einem Strang ziehen müssen“, betonte Arbeitsagenturchef Harald Eitge.

Schon Anfang des Jahres hatte IHK-Präsident Helmut Streiff bei „seinen“ Unternehmern um Praktikumsplätze geworben und auch Zusagen bekommen. „Bis heute konnte ich aber nicht liefern“, bedauerte er. Das möchte er ändern, ihm ist der Ablauf etwas zu zäh. „Wenn man uns die Leute gibt, können wir direkt in den Betrieben etwas mit ihnen gemeinsam erreichen“, warb er für einen schnelleren Zugang der Flüchtlinge in die Arbeitswelt. Manch vorgeschriebene Qualifikation sei zu kompliziert. Beispielsweise die geforderten Sprach-Zertifikate. „Wer mit einem Smartphone umgehen kann, der kann auch Übersetzungsprogramme bedienen“, ist Streiff überzeugt. Und für zahlreiche Berufseinstiege, beispielsweise als Lagerarbeiter oder auch im Handwerk würde das für den Anfang genügen.

„So zäh läuft es gar nicht“, gab Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke zu bedenken. Die Flüchtlingsthematik in dieser Dimension sei noch keine zwölf Monate alt, „und auf allen Ebenen mussten die Projekte und Maßnahmen erst anlaufen“, erklärte sie. „Und“, fügte sie an, „ich beharre auf Sprachkompetenz.“ Die Erfahrung zeige, dass es sich gerade bei diesem Thema lohne, sehr viel Mühe und Zeit zu investieren. „Wir wollen nicht später in der zweiten oder dritten Generation der Syrer Kinder haben, die in keiner Sprache wirklich zu Hause sind“, warnte sie vor.
Mit einem Screeningverfahren soll es jetzt schneller gehen, Talente und Kompetenzen zu erfassen und den Weg in die Arbeitswelt zu erleichtern. Für die 55 Flüchtlinge von der Liste zumindest ist ein Anfang gemacht.
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