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Zwischen Piazza und grüner Oase

und 80 Zuhörer waren zum Bürgerforum im Gemeindesaal der Katharinenkirche gekommen. Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer (l.) erläuterte den Stand der Planungen. Fotos: Nizar Fahem
 
Architekt Professor Walter Ackers: „Ein Kohlmarkt wird der Hagenmarkt nie.“

Stadt veranstaltete Bürgerforum zum Hagenmarkt – Ein Wunsch: „Verkehr zurückdrängen“

. Von Birgit Wiefel, 14.02.2018.

Braunschweig. Amphitheater oder Rosengarten? Park oder Piazza? Seit Sturm Xavier im Oktober vergangenen Jahres über den Hagenmarkt fegte und gleich reihenweise die Bäume entwurzelte, reißt die Diskussion um dessen Neugestaltung nicht ab.

Die Stadt veranstaltete deshalb am Montagabend ein Bürgerforum im Gemeindesaal von St. Katharinen. Zwei Stunden lang diskutierten die rund 80 Zuhörer hitzig und übten Kritik an der Verwaltung.

Erste Entwürfe auf Eis

Insbesondere das Hägener Forums – ein Zusammenschluss aus Geschäftsleuten und Anwohnern – fühlte sich von der Verwaltung übergangen. Die Stadt, so die Kritik kurz nach dem Sturm, plane an ihnen vorbei, beziehe sie und ihre Wünsche nicht ein – ein Vorwurf, der am Montag gleich mehrfach aus dem Publikum wiederholt wurde. Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer versuchte, die Gemüter zu beruhigen. „In Bürgerforen und Werkstätten werden Sie Gelegenheit haben, Ihre Ideen einzubringen“, legte er den Fahrplan für dieses Jahr dar.
Und: Festgezurrt sei noch lange nichts. Die Entwürfe für den Hagenmarkt im Zuge des Stadtbahnausbaus aus dem Jahr 2014 lägen inzwischen wieder auf Eis. „Wir hatten das Büro Ackers & Partner beauftragt, doch durch die Überplanung der Verkehrswege hat sich alles verzögert“, rückte Klaus Hornung, Leiter des Referats Stadtbild und Denkmalpflege Gerüchte gerade.

Keine einfache Lösung

Klar ist: Eine einfache Lösung für den Hagenmarkt gibt es nicht. „Der Platz erfüllt viele Funktionen“, beschrieb Leuer die Herausforderung. Erholungsort, Quartiersplatz, Verkehrsknotenpunkt – der Markt war immer schon alles in einem. „Allein deshalb wird er kein Kohlmarkt werden, kein St. Martini-Kirchplatz und auch kein Schmuckplatz wie der Löwenwall“, dämpfte Architekt Walter Ackers zu hohe Erwartungen. Zwei Wünsche wurden an diesem Abend allerdings sehr deutlich: Den Hagenmarkt als Verkehrsbrennpunkt will niemand mehr. Und: Ein überstürzter Schnellschuss ist ebenfalls keine Option.
„Die physikalische Belastung für die Katharinenkirche ist enorm“, befürchtete Pfarrer Werner Busch langfristig Probleme für das Gotteshaus.
Leonhard Pröttel vom Aktionsbündnis „Move BS“ fordert ein grundsätzliches Überdenken der Straßen- und Tramführung. „Wenn die Stadtbahn kommt, wird der Hagenmarkt der verkehrsreichste Platz in Braunschweig werden“, malte er ein düsteres Bild. „Wenn sich daran nichts ändert, können wir alle Pläne abblasen.“ Auch die Bürgerinitiative Baumschutz wünschte sich eher ein Wiederaufforsten des Platzes, eine „grünen Oase“ mit Amphitheater als eine „verkehrsumtoste Fußgängerinsel“. „Die Innenstadttangenten haben den Verkehr immens wachsen lassen. Für Autofahrer ist der Weg von der Celler bis zur Fallersleber Straße eine einzige Katastrophe“, stimmte Heimatpfleger Dieter Heitefuß zu.

So geht es weiter

In den kommenden Monaten wird die Stadt alle Vorschläge sammeln und in die Planungsvarianten miteinfließen lassen. Der Favorit wird einem weiteren offenen Bürgerforum vorgestellt.
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6 Kommentare
1.869
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 13.02.2018 | 19:27  
208
Peter Rosenbaum aus Braunschweig - Innenstadt | 14.02.2018 | 16:22  
1.869
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 14.02.2018 | 20:41  
527
Klara Fall aus Braunschweig - Innenstadt | 15.02.2018 | 01:21  
13
Bernd Kowalewski aus Wolfsburg - Stadtmitte | 15.02.2018 | 14:08  
527
Klara Fall aus Braunschweig - Innenstadt | 15.02.2018 | 15:41  
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