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Zurück „in die Spur“ bringen

Peter Müller-Gonzalez (l.) und Florian Rupp haben dank des Jobcenters einen Ausbildungsplatz gefunden. Foto: Birgit Leute

Jobcenter kümmert sich seit 2009 um Jugendliche, die es schwer auf dem Arbeitsmarkt haben.

Von Birgit Leute, 26.08.2015.

Braunschweig. Einen Auszubildenden oder Praktikanten aufnehmen? Davon waren Katrin und André Desener eigentlich längst weg.

„Wir haben keine guten Erfahrungen gemacht“, sagen die Inhaber der Firma Motorpoint. Erst Pascal, der über ein Programm des Jobcenters zu ihnen kam und durch seine Reife beeindruckte, konnte sie umstimmen. „Ich bin happy“, sagt Katrin Desener heute.

Jugendliche auffangen

Seit 2009 kümmert sich ein Team im Jobcenter um Jugendliche, die Leistungsempfänger sind und in Schule und Beruf aus dem einen oder anderen Grund nicht Fuß fassen konnten. Besondere Qualifizierungsangebote und eine sozialpsychologische Begleitung sollen sie fit machen für einen Arbeitsmarkt, der auf Nachwuchs nicht mehr verzichten kann. „Zu Beginn des Ausbildungsjahrs gab es 2000 gemeldete Stellen. Ein Viertel blieb unbesetzt“, rechnet Katrin Miehe-Scholz, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters vor. Vor allem das Handwerk leidet unter dem Nachwuchsmangel, deshalb lautet seit einigen Jahren die Parole: „Keiner darf verloren gehen“. Der Einsatz scheint Wirkung zu zeigen: In Braunschweig sind nur 1,9 Prozent der Jugendlichen unter 25 Jahren arbeitslos, niedersachsenweit sind es 2,9 Prozent.

„Hilfreich ist vor allem die sogenannte Einstiegsqualifizierung, kurz EQ, genannt – ein rund einjähriges Praktikum, bei dem auch Jugendliche mit schlechten Zeugnissen sich den Unternehmen präsentieren können“, erklärt Birgit Diestel, Teamleiterin.

Restlos begeistert

Pascal konnte damit entschieden punkten. „Er kam, drückte mir die Hand und sagte, dass er sich für ein Praktikum bewerben wolle“, erzählt Desener. Mittlerweile ist er nicht nur von den Umgangsformen, sondern auch von der Zuverlässigkeit des jungen Mitarbeiters restlos begeistert.

„Die Zeugnisse sind doch im Prinzip egal. Hauptsache die Leute passen ins Team“, ist auch Firmeninhaber Volker Voges längst überzeugt. Genauso wie Joachim Freche, Manager des Arcadia Hotels Play off. In seiner Küche arbeitet bereits der zweite Auszubildende, der über das Jobcenter vermittelt wurde: Peter Müller-Gonzales. Der weiß, dass die Ausbildung „eine schwere Nummer“ wird, ist aber trotzdem entschlossen, sich durchzubeißen.
„Unsere Arbeit ist eben nicht nur die Vermittlung. Wir helfen den jungen Menschen auch, zurück in die Spur zu kommen und künftig alleine ihren Weg zu machen“, unterstreicht Birgit Diestel.
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