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Zur Förderung empfohlen

Wissenschaftsrat tagt erstmals in Braunschweig – Steigende Kosten in Bildung und Forschung.

Von Martina Jurk, 10.07.2013

Braunschweig. Hochschulen und Universitäten zu stärken, fordert der Wissenschaftsrat, der in dieser Woche erstmals in Braunschweig tagt.

Das Gremium berät Bundes- und Landesregierungen in allen Fragen der Wissenschaftspolitik hinsichtlich der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen sowie der Forschung. Rund 40 Mal hat sich der Wissenschaftsrat in den vergangenen 23 Jahren mit Hochschul- und Forschungseinrichtungen allein in Niedersachsen beschäftigt. Ein Beispiel: Zustimmung 2010 zur Gründung eines neuen medizinischen Standortes an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und damit der Erprobung neuer Wege in der ärztlichen Ausbildung.
Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Wolfgang Marquardt, lobte die Forschungs- und Entwicklungsleistungen der hiesigen Region, die nirgendwo in ganz Europa höher seien. Er verwies auf die Wissenschaftspolitik des Landes Niedersachsen, die neue Strukturen nicht nur zulasse, sondern auch fördere.
Auf der Tagesordnung des Wissenschaftsrates stehen seit gestern die Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems bis 2025. „Die Hochschulen müssen sich auf ihre Stärken konzentrieren und sich profilieren, um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben“, sagte Professor Marquardt. Ein Beispiel: Der Wissenschaftsrat plädiert dafür, verstärkt auf die Potenziale der Fachhochschulen zu setzen und sie weiterzuentwickeln. Der Rat regt an, weitere Alternativen zu den vorhandenen Hochschultypen Universität und Fachhochschule zu schaffen – in Kurzform: Steigerung der Leistungsfähigkeit des Hochschulsystems durch funktionale Differenzierung.
Der Wissenschaftsrat empfiehlt, Vorhaben zu fördern, die im Ausschuss für Forschungsbauten vorbereitet werden. Dazu würden auch das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik und der Campus Forschungsflughafen gehören, erklärte Wolfgang Marquardt.
Der Professor für Prozesstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen machte auf ein Problem der Hochschulen und Universitäten aufmerksam, das nicht neu sei, aber dramatisch wachse: die Kosten. Ohne Mittel von Dritten, zum Beispiel von Unternehmen oder einer Stiftung, seien Forschungsarbeiten fast nicht mehr finanzierbar. Hinzu kämen steigende indirekte Kosten für die Unis wie zum Beispiel Telefonkosten. „Steigende Akademisierungsraten, das heißt immer mehr Studierende, brauchen auch eine attraktive Ausbildung und Forschungsprojekte“, so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates. Das bedeute mehr Geld von den Ländern, die ihrerseits ein Problem hätten, das stemmen zu können. „Kostensteigerungen sind im Warenkorb von Bildung und Wissenschaft enthalten.“
Die Mitglieder des Wissenschaftsrates beschäftigen sich auf ihrer Tagung in Braunschweig außerdem mit der Weiterentwicklung des Hochschulsystems in Sachsen-Anhalt. Damit befasst sich das Gremium erstmals bei einer Tagung komplex mit der Situation eines Bundeslandes.
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