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WWW-Wahlkampf: Unsere Kandidaten im Netz

Teil zwei: nB-Streifzug führt quer durch die politischen Lager, manchmal wird’s richtig unterhaltsam, manchmal inhaltlich mager

Von Sebastian Walther

Braunschweig. Im zweiten Teil des nB-Streifzugs durch die Politikerwelten im Internet durchstreifen wir zahlreiche politischen Lager und finden digitale Phantome, twitternde Grüne und bloggende Linke.

Dr. Helmut Blöcker twittert, was die Tastatur hergibt. Der Kandidat der Grünen äußert sich über den Onlinedienst kurz und bündig zu Wahlkampfveranstaltungen, Bundesgesetzen oder Sakko-Terminen. Auch der Hinweis auf die eigene Homepage darf dabei nicht fehlen, denn hier hebt er sich wohltuend von den meisten Kollegen ab. Ausführlich, aber doch in eigenen Worten, nimmt er Stellung zu politischen Zielen, die von einem allgemeinen Grundeinkommen bis zum New Green Deal reichen. Die Seite ist noch nicht ganz fertiggestellt, vielleicht bleiben daher die privaten Einsichten weitestgehend auf der Strecke, dafür unterhält Blöcker auf MeinVZ die Besucher seiner Seite mit durchaus humorvoller Wahlwerbung – was sonst leider bei nahezu allen Bundestagskandidaten der Region zu kurz kommt.
Thomas Röver, der für die Linke in das Rennen geht, tut sich hier auch nicht unbedingt hervor. Immerhin, er wählte einen Blog als Kommunikationsform, reduziert diesen jedoch auf verhältnismäßig kurze Beiträge, sodass politische Grundsätze, wie auch persönliche An- und Einsichten darunter leiden. Der Physiker und evangelische Theologe bezieht sich in weiten Teilen auf das Parteiprogramm, so wie es nahezu alle von uns besuchten Kollegen auch machen. Und dann findet man ihn doch noch, auf der Seite www.volksentscheid.de – auch wenn das Foto dann doch wieder das gleiche ist.
Schlicht und schnörkellos kommt der Internet-Auftritt von Jens-Wolfhard Schicke, Direktkandidat der Piraten, rüber. Kurz und prägnant hat er seine politischen Schwerpunkte formuliert, gibt klare Antworten. Fehlanzeige allerdings, wenn es um Privates geht, auch in den üblichen Online-Portalen sucht man sein Profil vergebens. In einem Interview sagte er auch, warum: Wegen der Möglichkeit des Datenmissbrauchs steht er Social Networks skeptisch gegenüber. Wer möchte, kann ihm Fragen mailen, aber auch der direkte Kontakt ist möglich: Der 22-Jährige Diplom-Informatiker nennt außer seiner Adresse auch seine Telefonnummer. Der freie und kostenlose Zugang zu Informationen aller Art, besonders aber zu Wissen, ist eines der wichtigsten Themen. Studiengebühren gehören für ihn abgeschafft.
Paul Deutsch ist gelernter Maschinenschlosser, wurde 1951 in Bergen geboren und tritt in Braunschweig für die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands – kurz MLPD – an. Das, neben Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse, ist die magere Ausbeute an persönlichen Informationen des Kandidaten im Netz, der sich ansonsten wohl vor allem auf den Internetauftritt seiner Partei verlässt. Hier ist er zumindest unter den Kandidaten geführt.
Ein noch viel größeres digitales Phänomen bildet allerdings der Vertreter der NPD. Über Andreas Wolf wird man durchaus fündig, allein, von ihm findet sich nur ein sportlicher Querverweis. Der 27-jährige Lagerist trat kürzlich beim „Kicken gegen Links“ mit eigenem Team an und belegte den zweiten Platz.
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