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„Wir wollen beteiligt werden“

Hagenmarkt im Fokus: Anwohner, Gemeinde, Pfarrer und Anlieger mischen sich ein.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 23.06.2013.

Braunschweig. Mit einem „Zwischenruf“ meldet sich Werner Busch zu Wort, der Pfarrer an St. Katharinen möchte für den Hagenmarkt mehr Aufmerksamkeit. „Denn das ist hier ein sehr reizvolles Stück Innenstadt“, ist er sicher.

Seit drei Jahren ist Werner Busch an der Katharinenkirche Pfarrer, und seitdem sucht er gemeinsam mit seiner Gemeinde und den Anliegern immer wieder nach Möglichkeiten, den Fokus der Öffentlichkeit und vor allem der Stadt auf den Hagenmarkt zu lenken.
Die aktuelle Diskussion um den von der Verkehrs-AG für nächstes Jahr geplanten Austausch der Schienen am Hagenmarkt nimmt Busch zum Anlass, sich und „seinen“ Hagenmarkt ins Gespräch zu bringen: „Der öffentliche Personennahverkehr ist wichtig, daran zweifeln wir nicht“, sagt er, „aber der Verkehr darf nicht das alles dominierende Gestaltungskriterium für diesen Platz bleiben. Wann entwickelt Braunschweig die längst überfällige ganzheitliche Betrachtungsweise für diesen tollen Teil der Innenstadt und kommt an diesem wichtigen Ort über Reparaturmaßnahmen endlich einmal hinaus?“
Auf Initiative der Kirchengemeinde sei zur Wiederaufrichtung des Löwenbrunnens 2012 ein Nachbarschaftsfest gefeiert worden, aus dem viele Kontakte entstanden sind, die ständig weiter gepflegt werden. Inzwischen gibt es einen lockeren Kreis von Anwohnern, die sich treffen und Pläne für die Zukunft schmieden. „Der Hagenmarkt ist vom Durchgangsverkehr bestimmt“, sagt Busch. Auf den ersten Blick sei es kein Wohn- oder Nachbarschaftsort, aber das, was da sei, solle vernetzt werden. „Wir haben hier inhabergeführte Geschäfte und Gastronomen, die ihre Stühle rausstellen, den Löwenbrunnen, den Heinrichsbrunnen und besonders auch die Kirche selbst – alles das lockt die Menschen an“, sagt Busch.
Die Anwohner und Anlieger wollen an möglichen Vorhaben rund um den Hagenmarkt beteiligt werden. „Wir wollen nicht erst intervenieren, wenn die Planung schon fertig ist“, sagt Busch.
Spätestens seit den Planungen für die Regiostadtbahn sind die Hagenmarktanwohner besonders achtsam. „Diese Bahn hätte ein weiteres Gleis bedeutet, das wäre eine Gefahr für unsere Kirche“, sagt Busch. Die Türme mussten in den 70er Jahren zusätzlich befestigt werden, der Kirchenbau selber steht noch auf dem Originalfundament aus dem Mittelalter. „Wir können keine Beweise auf den Tisch legen, aber dass Erschütterungen durch starken Verkehr ein gewisses Wagnis für Fundament und Gemäuer darstellen, das sagt doch der gesunde Menschenverstand“, betont Busch.
Gemeinsam mit der Stadt möchten Pfarrer, Gemeinde und Anwohner Pläne für den Hagenmarkt schmieden. „Wir als Kirche in der Stadt gestalten gern mit und bieten für diese Planungen eine Plattform an.“
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