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„Wir sind moralisch verantwortlich“

Andree Hemmes kämpft für eine Verlängerung der Duldung für serbische Asylbewerberfamilie.

Von Marc Wichert, 29.01.2012

Braunschweig. Im vergangenen Jahr kam es am Bahnübergang Steinriedendamm in der Kralenriede zu zwei tödlichen Unfällen. In beiden Fällen waren Asylbeweber die Opfer, die in der Landesaufnahmebehörde wohnten, die wenige Fußminuten entfernt liegt.

Die Familie des Familienvaters, der Anfang Dezember von einem Zug erfasst und getötet worden war, ist nach Angaben des Bezirksratsmitglieds Andree Hemmes mittlerweile zurück in ihrem Heimatland Serbien.
Die Familie des zehnjährigen Jungen, der im Februar des vergangenen Jahres von einer Bahn tödlich verletzt wurde, lebt zwar noch in Deutschland, ist jetzt aber angeblich von einer baldigen Abschiebung bedroht.
Andree Hemmes, der für die Grünen im Bezirksrat Schunteraue sitzt, hat darum für die kommende Sitzung am Donnerstag (2. Februar) eine schriftliche Anregung vorgelegt, die sich mit diesem Fall befasst. „Wir wollen erreichen, dass die Duldung für die serbische Familie verlängert wird“, sagt Andree Hemmes. „Ich finde, dass wir moralisch verantwortlich sind. Schließlich ist der Unfall hier in Braunschweig passiert.“
Die Familie befinde sich derzeit in Göttingen. Wo genau, wisse er nicht. „Ein sehr diffiziles Thema“, sagt Hemmes.
In diesem Fall arbeite er mit der Caritas und seinen Parteikollegen aus dem Landtag zusammen. Sein Ziel: die Unterstützung des Stadtbezirksrates. „Wir könnten dann einen Beschluss fassen.“ Der hätte zwar keine politischen Folgen, wohl aber „Unterstützungscharakter“.
Andree Hemmes ist jedenfalls zuversichtlich, dass der Bezirksrat seiner Anregung folgt. „Am 2. Februar wissen wir mehr.“
Was aus der serbischen Familie wird, ob ihre Duldung doch noch verlängert wird, da kann Andree Hemmes nur hoffen. Darauf, dass die Zuständigen den Fall ähnlich sehen wie er. Aus einer moralischen Perspektive.
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