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„Wir kämpfen um jeden Baum“

Schnee und Kälte halten die Ausbaugegner nicht ab – Auch gestern ging es wieder in den Wald

Von Marion Korth, 13.01.2010

Waggum. Im Wald fallen die Bäume für den Flughafenausbau, aber die Protestbewegung bleibt standhaft. Auch gestern Nachmittag trafen sich die Ausbaugegner wieder am Sportheim in Waggum, um danach in den Querumer Forst zu ziehen.

„Unser erklärtes Ziel ist schon, die Harvester zum Stehen zu bringen“, sagt Peter Rosenbaum von der BiBS. Auf Abenteuer und Krawall seien die Bürger nicht aus. „Aber wir machen deutlich, dass wir um jeden Baum kämpfen.“ Die Bürgerinitiativen hoffen, dass eine Protestlawine in Gang kommt. In diesen Tagen soll ein Lautsprecherwagen durch Waggum und Bienrode fahren, um noch mehr Menschen zu erreichen.
„Juristisch ist die Sache gelaufen“, sagt Konstantin Dedekind, Pfarrer in Waggum und Bienrode. „Jetzt kann nur noch die Öffentlichkeit helfen.“ Für ihn stellt sich die Frage, ob sich in den betroffenen Orten ein größerer Widerstand aufbaut. Am Dienstag war er ausnahmsweise nicht mit im Querumer Forst – Konfirmationsunterricht. Seine Position ist dennoch klar, an VW hat er geschrieben, an die Verantwortung des Unternehmens für die Umwelt appelliert. „Wir erleben hier, wie ein Lebensraum zerstört wird“, sagt er. Dabei habe Kanzlerin Angela Merkel gerade den Rückgang der Artenvielfalt beklagt. „Mich ärgert am meisten, das es nie eine offene und faire Diskussion gegeben hat“, sagt Dedekind. Vielen sei noch gar nicht klar, was der Ausbau bedeute.
Dedekind begrüßte, dass Landesbischof Friedrich Weber seine Unterstützung zugesagt habe, um in dem Konflikt zu moderieren. Weber war selbst in die Kritik der Ausbaugegner geraten, weil er dem Rat der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz angehört, die der Flughafen-Gesellschaft das Gelände für die Erweiterung auf Erbpachtbasis überlassen hat. Diese Entscheidung sei aber getroffen worden, bevor er dem Stiftungsrat angehört habe.
Die Bürgerinitiativen haben mittlerweile beschlossen, das Angebot des Landesbischofs zur Vermittlung in dem Konflikt anzunehmen. Laut einer Pressemitteilung sind am Dienstag Einladungen für ein Treffen an die Vertreter der Flughafen-Gesellschafter geschickt worden.
Der Protest soll weitergehen, bis zum 31. Januar seien Mahnwachen und Demonstrationen angemeldet worden, sagt Peter Rosenbaum. Die Polizei steht dazwischen: „Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die genehmigten Arbeiten fortgeführt werden können, aber auch, dass die Bürger ihren Unmut kundtun können“, sagt Pressesprecher Joachim Grande. Die Proteste seien friedlich verlaufen.
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