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„Wir gehören dazu“

In Hannover gibt es seit 2001 eine Lesben- und Schwulenberatung

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig.„...weil‘s recht ist“ – unter diesem Motto zieht am Sonnabend die Christopher-Street-Day Parade durch Braunschweig. Eine der Forderungen heißt: ein erweitertes Gleichstellungsreferat. In Hannover ist das seit 2001 am Start.

„Die Institutionalisierung bei der Stadt ist ein wichtiger Schritt“, sagt Regina Kohrt von der Lesben- und Schwulenberatung Hannover. Seit 2001 gibt es das Büro im Rathaus, das Angebot ist vielfältig. Die Haupfrage aber sei immer noch: „Warum werden wir nicht automatisch mitgedacht?“
Wir – das sind schwule und lesbische Menschen und ihre vielfältigen speziellen Anliegen. „Unsere Beratungsstelle steht für Aufklärungsarbeit innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung“, sagt Kohrt. Und die sei nach wie vor notwendig. Ob es um Formulierungen in Broschüren oder Verordnungen gehe, wo über Ehe geschrieben werde, müsse auch gleichgeschlechtliche Partnerschaft mitgedacht werden, um Diskriminierung am Arbeitsplatz, wie körperliche Distanzlosigkeit oder sexistische Witze – zu Regina Kohrt und Axel Blumenthal kommen die Menschen mit einem „ganz bunten Strauß“ von Anliegen.
Die eigene Homosexualität ist für Regina Kohrt Voraussetzung für die sinnvolle Besetzung der Stelle. Das eigene Erleben schärfe die Sinne und das Verständnis für die Menschen, die zu ihnen kommen oder per Mail oder Telefon den Kontakt suchen. „Bis die Männer oder Frauen bei uns landen, sind sie oft einen weiten, negativen Weg gegangen“, weiß Kohrt aus ihrer Arbeit.
Gerade sehr junge Menschen hätten mitunter viele Probleme, bis sie ihre Homosexualität frei und selbstbewusst leben könnten. Ablehnung in der Familie und Unwissenheit in den Schulen sei ein Problem. „Wünschenswert wären noch mehr Projekte an Schulen, um Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagt Kohrt. Sie hat aber auch erfahren, dass nicht alle Schulen glücklich über so einen Vorschlag sind.
Die Angebote der Beratungsstelle reichen von Stammtischterminen über einen Wegweiser durch die Stadt, Infos zu Kinderwunsch, Freundschaft im Alter und mehr. „Wir sind ein wichtiger und guter Bestandteil der Gesellschaft“, betont Regina Kohrt, „deshalb ist es wichtig, dass wir bei allen Entscheidungen mitgedacht werden – und deshalb gehört eine Lesben- und Schwulenberatung in jede Stadt.“
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