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Weichen gestellt für einen modernen Nahverkehr

An der Haltestelle Friedrich-Wilhelm-Platz wurden die ersten beiden Tramino offiziell in Dienst gestellt. Mehr Fotos unter www.unser38.de. Foto: Verkehrs-GmbH
 
Fotos: Thomas Ammerpohl

Großer Bahnhof: Erste Tramino in Betrieb genommen – Rekordinvestition.

Von Martina Jurk, 14.04.2015.
Braunschweig. Einigen Hundert Menschen war es das Ereignis wert: Die ersten beiden Tramino von insgesamt 18 wurden am Montagmittag auf die Strecken geschickt. Sie ergriffen auch sofort Besitz von der neuen Bahn. Unter ihnen viele Rollstuhlfahrer. Gerade für sie verbessert sich die Teilnahme am öffentlichen Nahverkehr erheblich.
Mit insgesamt 38 Millionen Euro ist es die größte Investition in Nahverkehrsfahrzeuge, die in Braunschweig je getätigt wurde.

„Es ist ein besonderer Tag für Braunschweig“, sagte Jörg Reincke. Der Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH fuhr gemeinsam mit Betriebsleiter Dirk Fischer den ersten Tramino vom Tramdepot zur Haltestelle Friedrich-Wilhelm-Platz. „Ich bin total begeistert von der Resonanz der Braunschweiger“, freute sich Reincke. Die neuen Straßenbahnen würden das Stadtbild verändern. Attraktivität, Komfort und Niederflurigkeit seien unerlässlich für den öffentlichen Nahverkehr der Zukunft. Reincke dankte der Stadt, dem Land, das die Hälfte der Investitionssumme finanziert hat, dem Hersteller Solaris, der Technischen Aufsichtsbehörde, dem Tüv Nord für die gründliche Analyse sowie vor allem den Mitarbeitern und Projektverantwortlichen der Verkehrs-GmbH für die großen Anstrengungen.

Der Geschäftsführer übergab Oberbürgermeister Ulrich Markurth einen symbolischen Weichensteller, damit er die Weichen für einen erfolgreichen ÖPNV stellen möge. „Die Bahnen sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch funktionell. Es gibt keine Beiwagen mehr – ein Quantensprung für Braunschweig. Barrierefreiheit und damit Teilhabe für alle am öffentlichen Leben wird endlich wahr“, sagte der OB. Das tolle Design sei der Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste zu verdanken. Den Braunschweigern gab er mit auf den Weg, die Fahrzeuge zu nutzen und anzunehmen.

Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Müller sprach von einer Rekordinvestition. „Der Aufsichtsrat hat beschlossen, die Erneuerung des Fuhrparks zu beschleunigen. Kurzfristig sollen weitere sieben Bahnen beschafft werden, um in wenigen Jahren eine hundertprozentige Barrierefreiheit zu haben“, kündigte Müller an, der sich dafür einsetzen wolle, dass dafür finanzielle Mittel vom Land zur Verfügung gestellt werden. Aktuell ist der Fuhrpark der Verkehrsgesellschaft mit den 18 neuen Tramino zu 85 Prozent niederflurig.

Die neue Straßenbahn ist 36 Meter lang, verfügt über 90 Sitz- und 121 Stehplätze und ist voll klimatisiert. Die erste von sechs Doppeltüren ist im Bereich des Führerstands mit einer Rampe für Rollstühle versehen, die Türen vier und sechs mit ausreichend Platz für Kinderwagen.

Kurz nach 13 Uhr fuhr eine alte Bahn der Linie M3 aus der Weststadt in das gegenüberliegende Gleis ein. Die Fahrgäste stiegen nun in den Tramino um. Ulrich Markurth übergab das Fahrzeug an die Fahrerin Tatjana Blechinger. Als der Tramino in Richtung Volkmarode losfuhr, gab es spontanen Beifall der Menschen an der Haltestelle. Der zweite Tramino nahm auf der Linie M5 Kurs in Richtung Hauptbahnhof.
Bis Ende des Jahres besteht der Straßenbahnfuhrpark aus 42 Niederflurfahrzeugen.
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