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Warmlaufen für den XXL-Abriss

Bislang wurde nur ein Anbau abgerissen, erst nach den Sommerferien geht es richtig los. Schallgedämmte Maschinen, eine neue Abrisstechnologie und eine Baustraße, über die die Trümmer direkter abtransportiert werden, sollen die Belastungen für die Anwohner verringern. Foto: Agentur T.A.

Nach den Sommerferien geht’s richtig los – Auf dem Schulgelände entstehen Wohnungen.

Von Marion Korth, 15.07.2015.

Braunschweig. Glas splittert, gerade hat der Bagger eine Tür aus ihrer Verankerung gerissen. Überall an der alten Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in der Weststadt wird „geknabbert“. Von einem Anbau, er war zuletzt hinzugekommen, ist nur noch ein kleiner Trümmerhaufen übrig. Warmlaufen für den großen Abriss, der nach den Sommerferien beginnen soll.

Bis Ende des Jahres soll von dem riesigen Gebäudekomplex – mit rund 20 000 Quadratmetern überbauter Fläche einer der größten in der Stadt – nichts mehr übrig sein. Mit Ausnahme von Teilen des Kellergeschosses, die gleich als Baugrube für die neue Bebauung dienen sollen.
„Bisher viel Handarbeit“
„Bislang ist das viel Handarbeit hier“, sagte Torsten Voß, Prokurist der Nibelungen-Wohnbau-GmbH. Das Aufräumen, Sammeln und Trennen für die anschließende fachgerechte Entsorgung ist nichts für große Maschinen. Probebohrungen und Laboranalysen gingen dem Abriss voraus und werden ihn weiter begleiten, um Klarheit zu erlangen, mit welchen Baustoffen man es jeweils zu tun hat. Schichtweise werde nun alles freigelegt, auch die Stellen, an denen Asbest zum Brandschutz eingesetzt wurde. Diese Altlasten, von denen auch noch einige unerwartet entdeckt wurden, sind das eine, Wertstoffe das andere. Stahlträger und Kupferleitungen sind großzügig verbaut worden und nun bares Geld wert. „Sie werden die Abrisskosten um rund 30 Prozent mindern“, sagt Voß und fügt hinzu: „Die Baustelle ist bewacht.“
In den Sommerferien wird der nächste größere Schritt erfolgen: Zunächst wird die Sporthalle, die bestehen bleiben wird, vom ehemaligen Schulgebäude getrennt. Danach muss nicht nur die eine fehlende Außenwand zugemauert werden. Im Inneren werden die Flure neu geordnet und verbreitert, damit sie auch von Behinderten gut genutzt werden können, dazu kommen neue Umkleideräume und Sanitäreinrichtungen. Für diese Arbeiten muss die Halle gesperrt werden, weshalb sie in die Sommerferien gelegt wurden.
Überraschungen möglich
Der Zeitplan steht im Groben, aber Überraschungen wie Bombenfunde („Hier befand sich früher ein Flughafen.“) sind nicht ausgeschlossen. Die Planer der Nibelungen-Wohnbau-GmbH gehen davon aus, dass über den Sommer der Bebauungsplan aufgestellt wird, in dem alle Abmessungen ganz genau festgelegt werden. Das gesamte Areal wird hinterher viel großzügiger und grüner: Größere Solitärgebäude wechseln sich ab mit kleinteiligen Hauszeilen, dazwischen verbleibt Raum für gemeinschaftliches Leben. Der Entwurf war aus einem Städtebauwettbewerb als Sieger hervorgegangen und wird nun von zwei Architekturbüros verwirklicht. Der Störweg wird in Zukunft geradlinig in den Westpark führen, und der breitere Grüngürtel der angrenzenden Bebauung mehr Luft lassen. Mehr als 200 Wohnungen (zwei bis vier Zimmer) werden in dem neuen Quartier entstehen, auch welche, die barrierefrei sind.
Fertigstellung Ende 2017
An der Nordseite wird das höchste Gebäude entstehen. Es wird knapp unter der Hochhausgrenze, die bei acht Vollgeschossen liegt, verbleiben. Daran schließt sich zum Alsterplatz, der ebenfalls umgestaltet werden soll, eine Ladenzeile mit Café und kleineren Geschäften an.
„Ende 2017 wollen wir in die Vermietung gehen, das Interesse ist ebenso wie in der Nordstadt schon sehr groß“, sagt Voß.
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