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Vorwürfe gegen Asse-Betreiber: Bericht bestätigt Befürchtungen

„Unsachgemäßer Umgang“ mit radioaktivem Müll ist nur ein Punkt in der langen Mängelliste

Von Marion Korth

Braunschweig. Im Atommüllendlager Asse (Landkreis Wolfenbüttel) lief vieles nicht so wie es sollte. Der Statusbericht, der seit Dienstag vorliegt, hat die Befürchtungen über den Zustand bestätigt, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in Berlin.

Zeitgleich ist der Umweltausschuss des Landtags informiert worden. „Der Statusbericht bringt uns einen Schritt voran, die Unregelmäßigkeiten aufzuklären“, sagte Braunschweigs CDU-Abgeordneter Hennig Brandes der nB. Wichtiger ist ihm aber, „den Blick nach vorn zu richten“ und eine Lösung zu finden, wie ein sicherer Langzeitbetrieb gewährleistet werden kann. Dies zu beurteilen, sei Sache der Experten. Den Atommüll zurückzuholen, kommt für Brandes nur in Frage, „wenn nichts anderes geht“. Ob das Bergwerk mit einem speziellen Beton sowie Fluid gefüllt werden kann, müsse geprüft werden. „Flutung ist dafür ein falscher Begriff“, betonte er.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel forderte angesichts der „schwerwiegenden Mängel“, dass der Umgang mit dem Endlager und dessen Beaufsichtigung durch die zuständigen Behörden „grundlegend neugestaltet“ werden müssen.
Schwere Vorwürfe werden gegen den Betreiber (Helmholtz Gesellschaft München) erhoben, angefangen beim ungenehmigten Umgang mit radioaktiven Stoffen über mangelnde Fachkunde und nicht eingehaltene Dokumentationsstandards bis hin zu fragwürdigen Baumaßnahmen, durch die neue Risiken geschaffen worden seien. Indem Kammern in dem Salzbergwerk verfüllt worden seien, könnte Lauge auf unkontrollierten neuen Wegen eintreten.
Heftige Kritik auch am Informationsfluss. Bereits vor 1967 und nicht erst 1988, wie der Betreiber behauptet habe, sei bekannt gewesen, dass das Bergwerk undicht ist. Die Einlagerungen der Atommüll-Fässer seien damals in feuchten Kammern erfolgt, wie die Befragung von Mitarbeitern ergeben habe. Gabriel: „Es gab nie ein sicheres Endlager Asse, sondern es wurden bewusst Informationen zu Laugenzutritten unterdrückt.“
Im Juni dieses Jahres war bekannt geworden, dass sich in der Schachtanlage radioaktiv belastete Salzlösung befindet, deren Cäsiumgehalt die Freigrenzen überschreitet. Daraufhin hatte das Bundesumweltministerium den Statusbericht angefordert.
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