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Verdi will an den Verhandlungstisch zurück

Seit Wochen bleiben viele Briefkästen leer. Foto: T.A.

Der seit drei Wochen andauernde Post-Streik nervt viele Menschen.

Von Martina Jurk, 01.07.2015. Braunschweig.

„Ich habe volles Verständnis dafür, dass die Post-Mitarbeiter streiken“, sagt Cornelia Müller (Name von der Redaktion geändert). Seit drei Wochen bleibt ihr Briefkasten leer. Auch auf die Eintrittskarten, die sie bei einer Verlosung gewonnen hat, wartet sie vergeblich.

So langsam nervt sie die Situation. Doch bald könnte sich etwas tun. So wie Cornelia Müller ergeht es vielen Menschen, die wichtige Nachrichten beispielsweise von Behörden oder Anwälten bekommen, bei denen es um die Einhaltung von Fristen geht. Möglicherweise kommt auch der Krankenschein beim Arbeitgeber nicht an.

„Das ist höhere Gewalt“, sagt Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt. Die Post sei nur für unmittelbare Schäden haftbar. Briefe würden nicht dazuzählen. „Grundsätzlich ist der Absender dafür verantwortlich, dass seine Sendung pünktlich beim Empfänger ankommt“, betont Hogardt. Im Zweifelsfall könne er eine andere Versandform wählen, wie den Expressbrief, der über ein eigenes Logistiknetz versandt werde. Weitere Alternativen seien der elektronische Versand von Briefen per E-Post und die Sendung von Paketen direkt an eine DHL-Packstation oder Postfiliale.

Am Montag gab Verdi bekannt, an den Verhandlungstisch zurückkehren zu wollen. Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte den letzten Verhandlungstermin Mitte Juni einseitig abgesagt. Die Deutsche Post begrüßt die Ankündigung der Gewerkschaft. „Ich werte es als ein positives Zeichen, dass Verdi nach Wochen der Konfrontation nun ohne Vorbedingungen ernsthaft verhandeln will. Wir haben immer klar erklärt, dass wir jederzeit für konstruktive Gespräche zur Verfügung stehen und Verdi mehrfach dazu aufgefordert, endlich über unser Angebot zu verhandeln. Natürlich werden wir am 3. Juli am Verhandlungstisch sitzen“, sagt Melanie Kreis, Konzernpersonalvorstand und Arbeitsdirektorin der Deutsche Post DHL Group.

Dass sich nach dreiwöchigem Streik die Briefberge in den Verteilzentren bis zur Decke türmen, will der Post-Sprecher nicht bestätigen (die Post setzt Aushilfskräfte in der Zustellung ein). Bei Streikende werde normal ausgeliefert, aber nicht ad hoc. „Rückstände sind leider nicht vermeidbar“, so Jens-Uwe Hogardt.
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