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Unternehmer hoffen auf Signale

Parteien streiten über steuerliche Vergünstigungen für energetische Gebäudesanierung.

Von Marion Korth, 24.06.2012.

Braunschweig. Kein großer Wurf, aber ein Schritt in die richtige Richtung, so kommentiert die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff), die in der vergangenen Woche verabschiedete EU-Richtlinie zur Energieeinsparung.

Vorsitzender der bundesweiten Unternehmensinitiative ist der Braunschweiger CDU-Ratsherr Carsten Müller. Er ist froh, dass die Richtlinie durch ist, obwohl Deutschland sich damit schwer getan habe. Dafür stockt es jetzt an anderer Stelle. Eigentlich war für Mittwoch, dann tagt der Vermittlungsausschuss des Bundestages, eine Einigung bei der steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen erwartet worden. Überraschend forderten jetzt einige Länder mehr Geld, um die Steuerausfälle kompensieren zu können. Müller hofft endlich auf Signale, um dem Thema Energieeffizienz Schub und Hausbesitzern Anreize zu geben, in ihre Gebäude zu investieren.
In diese Richtung zielt auch die EU-Richtlinie, die wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres in Kraft treten wird. Die EU-Mitgliedstaaten müssen danach einen langfristigen Fahrplan für die Sanierung des öffentlichen und privaten Gebäudesektors vorlegen und dafür Anreizsysteme schaffen. Darunter würde auch eine steuerliche Förderung der Gebäudesanierung fallen.
„Jeder, auch wenn er selbst vielleicht gar kein Auto hat, weiß ungefähr, was ein akzeptabler Durchschnittsverbrauch ist, und wie viel ein Liter Sprit kostet“, sagt Müller. „Aber wo sich im eigenen Haus oder der Wohnung das Gaspedal befindet, wie viel und wann Energie verbraucht wird, und was das kostet, das weiß niemand.“ In diesem Bereich sieht Müller dringenden Nachholbedarf. Auch die Stadt Braunschweig könnte mehr machen. Die größte Ressource liege in einer höheren Energieeffizienz, das gelte für Gebäude, für Verkehr, für Produktionsabläufe und anderes.
Die Gas- und Dampfturbine von BS-Energy, die durch die Kraft-Wärme-Kopplung sehr hohe Ausnutzungsgrade erreicht, sei eine tolle Sache, gleichzeitig aber müsse für die Energieversorgung der Zukunft mehr auf dezentrale Lösungen gesetzt werden, sagt Müller. Ob es um die Technik dafür oder um Dämmstoffe gehe, hier sieht er wirtschaftliches Potenzial: „Das geht alle Länder an, das sind die Exportschlager.“

Die DENEFF
Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) betreibt Lobbyarbeit für die in ihr zusammengeschlossenen Unternehmen vom IT-Dienstleister über Baustoffhersteller bis hin zu Planungsbüros. Sie alle sehen wirtschaftliche Wachstumsmöglichkeiten für Produkte und Dienstleistungen auf dem Energieeffizienz-Sektor. Öffentliche Förderung schafft dafür zusätzliche Marktanreize.
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