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„Unterbringung und Erstversorgung“

Hartmut Dybowski vom Sozialreferat, Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke und Dr. Helmut Blöcker, stellvertretender Ausschussvorsitzender, (von links) führten eine intensive Debatte rund um das Thema „Flüchtlinge in Braunschweig.“ Fotos: Thomas Ammerpohl

Ausschuss für Integrationsfragen tagte an der Boeselagerstraße – Dezernentin bat um Verständnis und Geduld.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 19.09.2015.

Braunschweig. „Die Flüchtlingssituation in Braunschweig und Niedersachsen“ – der Ausschuss für Integrationsfragen wollte es genau wissen und legte seine Sitzung in unmittelbare Nachbarschaft der Landesaufnahmebehörde (LAB) an der Boeselagerstraße. Nach einem Besuch der Einrichtung hatten die Ausschussmitglieder noch jede Menge Fragen.

Christine Möricke-Abifade, stellvertretende LAB-Leiterin, und Stefan Pankratowitz, LAB-Pressesprecher, berichteten von ihrer Arbeit, klärten auf, räumten Fehlinformationen aus. Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziales, Schule, Gesundheit und Jugend, informierte über die Aufgaben der Stadt beim Umgang mit Flüchtlingen. „Wir geben der LAB so gut es geht Hilfestellung“, sagte Hanke. Braunschweig bekomme noch keine Flüchtlinge zugewiesen, da die Stadt Standort einer Erstaufnahmeeinrichtung sei. „Zuständig aber sind wir für unbegleitete Kinder und Jugendliche“, fuhr sie fort. Rund 200 seien es zurzeit, „viele sind traumatisiert.“ Gerade werde ein Projekt entwickelt, mit dem „qualifizierte Patenschaften“ organisiert werden sollen.
Alle zuständigen Stellen und Mitarbeiter seien extrem eingebunden, die Dezernentin bat um Verständnis, wenn es nicht immer perfekt laufe. „Bei aller Hilfsbereitschaft, im Vordergrund steht die Unterbringung und Erstversorgung der Menschen“, betonte sie und sprach damit zum Teil entnervte Mitbürger an, die sich darüber beklagten, dass ihre Spenden nicht schnell genug angenommen würden, oder sie telefonisch keine Auskünfte bekämen. Aber die schiere Menge an Neuankömmlingen zwinge alle Verantwortlichen, sich auf das Wesentliche und Machbare zu konzentrieren. „Ich bitte um Verständnis“, sagte die Dezernentin.
Wichtig war ihr auch der Hinweis, dass die Stadtverwaltung sehr wohl sehe, dass der Stadtteil Kralenriede belastet sei. „Wir versuchen, allen Hinweisen nachzugehen“, fügte sie an. So seien in der jüngsten Zeit öffentliche Toiletten und größere Mülleimer aufgestellt worden. Auch die Buslinien wurden erweitert.
Daneben prüfe die Stadt weitere Gebäude, um für „eventuelle Notfälle gerüstet zu sein.“ Es könne immer wieder vorkommen, dass – wie erst kürzlich geschehen – ein Zug mit Flüchtlingen am Braunschweiger Bahnhof stehe. „Hier brauchen wir besonders im Winter warme und sichere Quartiere“, erklärte die Dezernentin.

„Wir sind immer wieder erfreut und überrascht, wie viel Unterstützung wir bekommen“, sagte Christine Möricke-Abifade, „wir wissen, wir können die Stadt ansprechen, und wir werden dort gehört“, betonte sie die gute Zusammenarbeit.
Sie erklärte, dass die Einrichtung an der Boeselagerstraße nicht höher belegt werden solle. „Das Land baut und plant neue Unterkünfte, das Baurecht soll beschleunigt werden, um zusätzliche Gebäude niedersachsenweit zu ertüchtigen“, skizzierte sie die direkten Maßnahmen der Landesregierung.
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