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Ulrich Markurth gewinnt Stichwahl

So relaxed wie auf diesem Foto ist Ulrich Markurth im Moment relativ selten anzutreffen. Das neue Amt will vorbereitet sein, die organisatorische Arbeit läuft auf Hochtouren. Foto: oh

Ab 1. Juli ist er Oberbürgermeister.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 18.06.2014.
Braunschweig. „Es wird sicher keine Homestorys geben, meine Familie möchte so weit es geht ganz normal weiterleben“, kündigt Braunschweigs neuer Oberbürgermeister Ulrich Markurth vorsorglich an.
In einer Stichwahl am vergangenen Sonntag setzte sich der 57-Jährige klar gegen seinen Mitbewerber Hennig Brandes (CDU) durch, Amtsantritt ist der 1. Juli. Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann (CDU) geht nach 13 Jahren im Amt in den Ruhestand.
Bei der Hauptwahl am 25. Mai lag Markurth ebenfalls vorn, konnte aber keine absolute Mehrheit erreichen, deshalb war eine Stichwahl nötig. Die Wahlbeteiligung lag bei 36 Prozent. Niedrig, aber immer noch höher als in anderen Städten und Kreisen.

„Es passiert ja schließlich keine Revolution“, mahnt der frisch gewählte Oberbürgermeister Ulrich Markurth zur Ruhe. „Ein ganz normaler Wechsel“ – wie er sagt, aber einer, der es in sich hat. Immerhin übernimmt nach 13 Jahren ein SPD-Mann die Verwaltungsspitze vom bisherigen Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann (CDU).
Der Sozialdemokrat Markurth wird andere Schwerpunkte setzen, das hat er im Wahlkampf immer wieder betont, die Politikfelder Bildung und soziale Teilhabe liegen ihm besonders am Herzen. Seit 2005 verantwortet er als Dezernent die Themen „Soziales, Gesundheit und Jugend“, prägt als Dezernent für „Schule“, Erster Stadtrat und damit allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters, das Leben in Braunschweig.
Jetzt also OB. Einer der ersten Gratulanten war Amtsinhaber Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann. „Dies ist ein eindrucksvolles Ergebnis für ihn und beruht sicher auch darauf, dass er seinen Wahlkampf sehr explizit auf die breite Mitte der Braunschweiger Bevölkerung hin ausgerichtet hat“, erklärte Hoffmann.
Für Ulrich Markurth steht die organisatorische Arbeit im Moment im Vordergrund. Personalentscheidungen müssen getroffen werden (unter anderem braucht er für seinen eigenen Posten einen Nachfolger), ein Vertreter muss bestimmt werden, „der Laden muss laufen“, fasst Markurth zusammen.
Relativ kurzfristig wird er sich um den Haushalt für das nächste Jahr kümmern müssen. „Der wird extrem solide“, sagt er und verweist alle Wunschlisten und Begehrlichkeiten in das Reich der Illusion. „Ich werde mir jeden Posten dreimal anschauen und ganz sicher keine tiefroten Zahlen vorlegen“, kündigt er einen stringenten Sparkurs an. Ja, er wolle auch Geld einsetzen, aber eher im investiven Bereich, heißt, auf lange Sicht und nachhaltig.
Beispielsweise wird die weitere Entwicklung der Weststadt auf seiner Agenda stehen, so wie grundsätzlich das Thema bezahlbarer Wohnraum. Im Wahlkampf hatte Markurth bereits Pläne angesprochen, nach denen eine Mietpreisbremse für bestimmte Quartiere geprüft werde. Auch ein Besetzungs- neben dem Belegungsrecht hatte er angekündigt.
Denn dass die Kommune eine Menge bewegen kann, hat Markurth immer wieder selbst erlebt, 2008 war er Gründungsmitglied des Vereins „Stadtentwicklung Weststadt“. Alle Schwerpunkte, die Markurth in seinem Wahlkampf genannt hat, wurden und werden hier bereits „beackert“: Kinderbetreuung und gute Bildung, bezahlbarer Wohnraum, gelingende Teilhabe und Integration, Wirtschaft und Soziales im Ausgleich, Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs. „Hier müssen wir weitermachen und auch in andere Quartiere gehen, schauen, was nötig und möglich ist, ermuntern, aktiv zu werden“, spricht er von den Aufgaben. Und dann das kulturelle Zentrum, das steht auch ganz oben auf seiner To-do-Liste: „Das muss jetzt vorangehen und zu einem konstruktiven Ende gebracht werden.“
Weitere Themen und inhaltliche Schwerpunkte aber werde er Stück für Stück vorlegen.
Jetzt muss überlegt werden, wie und wo die Amtseinführung stattfinden soll. Und dann erst mal OB. Zunächst will Markurth ab dem 1. Juli mit dem „Hoffmann-Team“ weiterarbeiten. „Dann wird man sehen, wie das passt, ob es gut funktioniert, ob Veränderungen nötig sind.“ Auch das Hoffmann'sche Büro übernimmt er, wie es ist. „Äußerlichkeiten sind mir nicht wichtig“, entscheidet er sich vorerst gegen neue Tapeten oder Möbel.
Der Alltag muss sich finden. Noch läuft Ulrich Markurth im Wahlkampfmodus: „Ich kann noch immer nicht richtig schlafen und esse zu viel Schokolade.“ Das wird jetzt besser. Er und seine Familie kommen gerade an im neuen Amt. Ulrich Markurth freut sich auf sein Leben als Oberbürgermeister von Braunschweig.
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3 Kommentare
12
Michael Lehmann aus Braunschweig - Innenstadt | 19.06.2014 | 10:56  
Ingeborg Obi-Preuß aus Braunschweig - Innenstadt | 19.06.2014 | 11:37  
18
Frank Gebauer aus Braunschweig - Nordstadt | 19.06.2014 | 12:08  
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