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"Tigerkids“ macht Kinder munter

Vorbeugungsprogramm für Kitas setzt die Schwerpunkte Ernährung und Bewegung.

Von Marion Korth, 01.09.2010

In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Zahl übergewichtiger Kinder nahezu verdoppelt. Es ist bewiesen, dass sich dickere Kinder weniger gern bewegen als andere – ein Teufelskreis. Vor diesem Hintergrund ist das Projekt „Tigerkids“ 2003 in Bayern begonnen worden – mit guten Ergebnissen.

Die Kinder waren danach nachweislich fitter, ein Drittel der Familien haben die Anregungen zur gesunden Ernährung oder auch Bewegungsspiele dauerhaft in ihren Alltag übernommen. Die Kinder aßen mehr Obst und tranken weniger häufig Limonade. Besonders stark seien die Effekte in Kindergärten mit vielen Kindern aus sozial benachteiligten Familien gewesen.
Die Stiftung Kindergesundheit und die AOK sorgen dafür, dass das Projekt jetzt bundesweit Schule macht. Die AOK-Präventionsberaterinnen Angela Stödter und Christiane Kottke haben bislang 21 Kindergartenteams in und um Braunschweig in zweitägigen Seminaren vorbereitet, aber es können noch mehr werden. Um aus Kindern schnelle, starke und schlaue „Tigerkids“ zu machen, wird auf die enge Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen und den Eltern gesetzt. Einiges im Kindergartenalltag ändert sich. Drei Mal in der Woche steht intensive Bewegung, am besten in einer Turnhalle, auf dem Programm, dazu regelmäßig Toben und Bewegungsspiele. „Wer sagt denn, dass man bei ’Mensch-ärgere-Dich-nicht’ am Tisch sitzen muss?“, nennt Christiane Kottke ein Beispiel.
Der kleine Tiger, eine Handpuppe, ist immer dabei, schaut auch schon mal neugierig in eine Brotdose. Dann gibt es noch eine Lok, in deren Waggons die Kinder viel Obst und Vollkornprodukte packen, aber kaum Süßigkeiten. „Eltern fragen dann zum Beispiel, wo sie den Fruchtzwerg einordnen sollen“, erzählt Angela Stödter. Verboten wird nichts, aber der Kinderjoghurt sollte für „kleine Tiger“ die absolute Ausnahme sein.
Ingrid Schinke ist die „Tigerkids“-Beauftrage im Kindergarten Sterntaler. Am 1. November beginnt das Projekt. „Wir machen schon viel: Wir haben Waldtage, gehen oft mit den Kindern ’raus“, zählt sie auf. Von dem Programm verspricht sie sich eine noch bewusstere Konzentration auf das Thema. „Die Zahl der Bewegungsstunden werden wir von zwei auf drei Stunden in der Woche erhöhen“, sagt sie. Als große Chance sieht sie zudem die enge Einbindung und Information der Eltern.

Tigerkids
Kitas, die mehr über das Projekt „Tigerkids“ wissen möchten und sich eventuell für eine Teilnahme interessieren, sind zu einer Informationsveranstaltung am 21. September von 14.30 bis 16 Uhr im AOK-Servicecenter, Am Fallersleber Tor 3-4, eingeladen. Anmeldungen sind bis zum 15. September unter Telefon 0 53 71/80 13 06 31 (Brigitte Funck und Marion Siemann) möglich.
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