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Thune: Gewerbe und Wohnen friedlich nebeneinander?

Vorentwurf für Bebauungsplan liegt vor – Bürger sollen sich jetzt schon einbringen – Infoabend.

Von Martina Jurk, 11.11.2012.

Braunschweig. Ein verträgliches Nebeneinander von Gewerbe und Wohnen strebt die Stadtverwaltung mit einem ersten Entwurf für einen neuen Bebauungsplan in Thune an. Die Bürger können sich bereits jetzt zu diesem frühen Zeitpunkt in die Diskussion einbringen.

Anlass für einen neuen Bebauungsplan war der Bauantrag der in Thune ansässigen Firma Eckert und Ziegler, die radioaktiven Abfall behandelt, auf ihrem Betriebsgelände eine neue Halle zu errichten. Der Rat der Stadt beschloss am 28. Februar dieses Jahres eine Veränderungssperre. Mit einem neuen Bebauungsplan, für den am 13. Dezember 2011 der Aufstellungsbeschluss gefasst wurde, soll die Zulässigkeit von Anlagen zur Abfallbehandlung neu geregelt werden. Allerdings, so Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer, gehe es hier nur um die Regelung planungsrechtlicher Fragen und nicht um Aspekte des Strahlenschutzes. Dies sei Sache des Gewerbeaufsichtsamtes.
Da die Anwohner gesundheitliche Belastungen befürchten, entbrannte eine heftige öffentliche Diskussion. Eine Bürgerinitiative gründete sich. Auch das von der Stadt initiierte Expertenhearing konnte nicht dazu beitragen, einen Konsens zwischen Eckert & Ziegler, den Bürgern und der Stadt zu erzielen. Es wurde deutlich, dass der Firmenstandort mit der Nähe zu Wohngebieten nicht mehr den heutigen Anforderungen, vor allem was den Immissionsschutz betrifft, entspricht. Der bestehende, historisch gewachsene Standort werde aber grundsätzlich nicht infrage gestellt, so Leuer.
„Der erste Entwurf für den Bebauungsplan soll Grundlage für eine Diskussion sein. Es ist überhaupt noch nichts festgezurrt“, betont der Stadtbaurat. Die Verwaltung erwarte eine rege Beteiligung der Bürger, auch der ansässigen Firmen. Nach Auswertung der Anregungen und Vorschläge gehe es an die konkrete Planung, die dann vier Wochen öffentlich ausgelegt werde. „Wir möchten das Verfahren sehr offen gestalten“, sagt Heinz-Georg Leuer.
Zum Inhalt: Der jetzt vorgelegte Entwurf schließt verkehrsintensives Gewerbe wie Einzelhandel, Vergnügungsstätten, Speditionen, Logistikbetriebe und Autohöfe sowie abfallverarbeitende Anlagen aus. Bestehende Betriebe und Anlagen in ihrer jetzigen Form haben Bestandsschutz. Eine Weiterentwicklung der bestehenden gewerblichen Nutzungen ist möglich mit Ausnahme der Abfallbearbeitung. Der Übergang zur freien Landschaft soll nicht durch Gebäude, sondern durch Grün geschaffen werden. Das geplante Gewerbegebiet Gieselweg/Harxbütteler Straße hat eine Größe von knapp 23 Hektar.
> Der Vorentwurf kann im Eingangsbereich des Referats Bauordnung, Langer Hof 6-8, oder im Internet unter www.braunschweig.de/gewerbegebiet-gieselweg eingesehen werden.
> Am Dienstag (13. November) findet um 19 Uhr in der Turnhalle des Lessinggymnasiums Wenden, Heideblick 20, eine Informationsveranstaltung statt. Bürger können ihre Anregungen einbringen sowohl in der Veranstaltung als auch danach bei der Stadt, Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz, Platz der Deutschen Einheit, 38100 Braunschweig und per E-Mail:
stadtplanung@braunschweig.de
(bis 20. November).
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