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„Teures Spektakel“

Prunkstück des Schlossmuseums ist der Thronsaal. Foto: Kruszewski / oh

Fünf Jahre Schlossmuseum – nicht allen ist nach Feiern zumute.

Von Birgit Leute. Braunschweig.

Kritik am Projekt kommt vor allem von der Fraktion der Bibs, die hohe Unterhaltungskosten und niedrige Besucherzahlen beklagt. „Das Konzept des Museums ist nicht aufgegangen“, sagt Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Büchs.

Konkret bemängelt die Bibs:

– den Stiftungsvertrag: Darin muss die Stadt allein für die Unterhaltskosten des Museums aufkommen. Diese, so die Bibs, belaufen sich derzeit auf rund 270 000 Euro jährlich. Die Richard-Borek-Stiftung als weiteres Mitglied hat aber „lediglich“ für die Ausstattung des Museums mit Kunstwerken zu sorgen. „Ein Ungleichgewicht“, wie die Bibs findet.

– die Kosten: Jüngste Zahlen aus dem Zeitraum März 2014 bis Februar 2015 belegen, dass pro Tag nur rund 20 Besucher das Museum besichtigen, darin eingeschlossen seien auch Schulklassen. Den Ausgaben von rund 270 000 Euro stünden damit Einnahmen von lediglich rund 18 000 Euro gegenüber. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wie sie aktuell durch die VW-Krise ausgelöst wurden, ist solch ein Defizit nicht tragbar“, sagt Büchs. Seine Forderung: Das Museum sollte in kleinere, günstigere Räume umziehen.

– das Konzept: Gedacht war das Schlossmuseum als Besuchermagnet neben Landesmuseen, Burgplatz, Dom und Altstadtmarkt. Außerdem sollte es identitätsstiftend für die Braunschweiger Bevölkerung wirken. Doch in den Augen der Bibs geht das „glorifizierte Adelsspektakel“ am Interesse der Bevölkerung und der Touristen vorbei. Büchs: „Besser wäre ein Schwerpunkt auf die alten Kulturräume wie den Kleine-Dörfer-Weg.“
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