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Streik legt Busverkehr lahm

Beschäftigte der Braunschweiger Verkehrs-AG sind am Donnerstag zum Warnstreik aufgerufen.

Von Marion Korth, 07.03.2012.


Braunschweig. Nicht nur in Hannover, auch in Braunschweig stehen die Zeichen auf Sturm. „Wir haben zwar keine Cebit, aber ein Chaos wird es trotzdem geben.“ Verdi-Gewerkschaftssekretär Frank Ahrens kündigt für morgen einen Warnstreik der Beschäftigten der Verkehrs-AG an.

Pendler, die für den Weg zur Arbeit auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, werden vergeblich auf Bus oder Straßenbahn warten. „Es wird ein ganztägiger Streik sein, die Busse und Bahnen bleiben in den Depots.“ Eine Ausnahme wird es geben, die Schülerbeförderung soll trotz des Streiks sichergestellt werden.
Der Gewerkschaftssekretär macht die Haltung der Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass gleich zu Beginn der Traifverhandlungen so massiv Druck aufgebaut wird.
Auch die städtischen Kindertagesstätten werden zumindest teilweise von den Warnstreiks betroffen sein. Die Eltern seien aber per Brief informiert worden. Für die Gewerkschaft Verdi führt kein Weg an den Warnstreiks vorbei. Gewerkschaftssekretär Frank Ahrens: „Wir haben bislang gar kein Angebot bekommen.“ Es gebe bislang nur ein paar vereinzelte Stimmen, dass in den kommunalen Haushalten bereits eine Tariferhöhung eingeplant worden sei. Die Verwaltung der Stadt Braunschweig ist bei ihren Haushaltsberechnungen von einem Prozent Tariferhöhung ausgegangen, was zusätzliche Personalkosten in Höhe von 800 000 Euro verursachen würde. Die Forderungen der Gewerkschaften gehen weit darüber hinaus: 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro monatlich. Für das Haushaltsjahr 2012 mit seinen verbleibenden zehn Monaten würde das eine Erhöhung der Personalaufwendungen von rund 5,3 Millionen Euro bedeuten, teilt die Stadt auf Anfrage der nB mit.
Die Mindesterhöhung von 200 Euro monatlich sei als „soziale Komponente“ für die unteren Lohnstufen eingebaut worden, erläutert Ahrens. Gerade in unteren und mittleren Entgeltgruppen kämen die Beschäftigten angesichts steigender Lebensmittel- und Energiepreise nur schwer über die Runden. Viele würden sich zusätzliche Tätigkeiten suchen. „Die Zahl der Nebenjobs ist drastisch gestiegen“, sagt Ahrens. Die moderaten Tariferhöhungen der vergangenen Jahre seinen von den allgemeinen Preissteigerungen aufgezehrt worden. „Da ist nichts übrig geblieben“, sagt Ahrens. Im Vergleich zur Wirtschaft hätten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahren schlechter abgeschnitten. Ahrens spricht von elf Prozent Gehaltssteigerung gegenüber 17 Prozent in der Privatwirtschaft.
Die Tarifauseinandersetzung könne sich noch länger hinziehen. „Es hängt jetzt an den Arbeitgebern, wann sie uns ein Angebot, über das man reden kann, machen werden“, erläutert Ahrens. Anfang nächster Woche findet die nächste Verhandlungsrunde statt.
Die Stadtverwaltung Braunschweig rechnet für Donnerstag vor allem mit Beeinträchtigungen durch den Warnstreik insbesondere in den städtischen Kindertagesstätten. Die Kita-Leitungen würden die Eltern informieren und wenn nötig eine Betreuung in einer nicht von den Streiks betroffenen Einrichtung vermitteln. Die Verwaltung werde laut einer Mitteilung dafür Sorge tragen, dass auch in den anderen städtischen Dienststellen der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Im Übrigen erteilt das Bürgertelefon unter der Telefonnummer 47 01 weitere Auskünfte.
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