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Strampeln für die Umwelt

Sigrid Schonlau ist von Braunschweig in die Lausitz unterwegs. Foto: Schonlau

Bürgerreporterin Sigrid Schonlau ist zu einer „grünen“ Tour durch die Region aufgebrochen.

Von Sigrid Schonlau.

Braunschweig. Ein ganz kleines bisschen fühlt man sich wie bei der Tour de France: Voraus fährt ein Begleitwagen der Polizei, Motorräder patrouillieren auf und ab, ein Versorgungswagen schließt hinten die Truppe ab. Am vergangenen Sonntag startete die "Tour de Natur" von Braunschweig zu ihrer 14-tägigen Fahrt durch die Altmark bis in die Lausitz

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Für die 113 Teilnehmer führte zum Tourauftakt die Strecke bei bestem Fahrradwetter vom Kohlmarkt durch die Innenstadt über die Frankfurter Straße Richtung Salzgitter. Erstes Ziel: Schacht Konrad.

Idee und Ziel der „Tour der Natur“ ist es natürlich nicht, in irrsinnigem Tempo steile Berge hochzujagen. Die „Tour de Natur“ will per Fahrrad auf Themen wie Energiewende und ihre schnellere Umsetzung, Ausstieg aus der Kohleförderung, verantwortungsvollen Umgang mit Atommüll und Vermeidung neuer Risikotechnologien wie Fracking oder CO2-Verpressung hinweisen. Nachhaltige Landwirtschaft und friedliche Konfliktlösung statt militärischer Aufrüstung machen diese Tour zu einer „grünen“ Tour – ökologische Verkehrspolitik versteht sich für einen Fahrradfahrer von selbst. Bereits zum 25. Mal findet damit die ehrenamtlich organisierte Umweltradtour statt. Die Idee entstand 1991 aus dem lokalen Widerstand gegen die „Thüringer-Wald-Autobahn“, die Thüringen und Franken verbinden sollte. Seitdem haben sich Konzept und Umfang der Tour ausgeweitet. Per Drahtesel werden nun Jahr für Jahr Strecken von mehreren hundert Kilometern in ganz Deutschland unter Umweltgesichtspunkten angefahren. In diesem Jahr geht es unter dem Motto „Aktiv- umweltbewegt – unaufhaltsam“ vorbei am Atommülllager Morsleben, Massentierhaltungsställen weiter zu Kohleförderanlagen in der Lausitz. Die Präsenz und mediale Aufmerksamkeit sollen auch lokale Bürgerinitiativen und Umweltgruppen unterstützen.

Kooperatives Miteinander wird auf der „Tour de Natur“ schon mal im kleinen Maßstab geprobt: Wenn Glasscherben auf der Straße liegen, wird die Info selbstverständlich nach hinten weiter durchgerufen, vereinbarte Zeichen fürs Abbiegen, langsamer Fahren und Stoppen machen auch den großen Fahrradkonvoi zu einer gut steuerbaren Einheit. Selbst die Polizei ist begeistert.

Regionale Bio-Verpflegung, Bescheidenheit beim Drumherum (übernachtet wird im Zelt oder in Turnhallen), aktive Mitgestaltung während der Tour: Große Ziele werden hier im Kleinen gelebt.

Dafür, dass dies irgendwann auch im großen Maßstab funktioniert, strampeln die großen wie kleinen Radfahrer täglich gerne zwischen 45 und 70 Kilometer.
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