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Stibiox-Sanierung noch in diesem Jahr

Zuschuss aus Konjunkturpaket ermöglicht Sanierung der Antimon-Altlast – Boden und Gebäude sind kontaminiert

Braunschweig (m). 06.01.2010

Mittel aus dem Konjunkturpaket machen es möglich: Gemeinsam werden Stadt und Land in diesem Jahr das rund 19 000 Quadratmeter große Gelände der seit 2001 insolventen Firma Stibiox sanieren. Gebäude und Boden seien erheblich mit Antimon belastet.

„Die Ausschreibung zum Abbruch aller Gebäude auf der Betriebsfläche und zur Beseitigung der darunter vorhandenen Bodenbelastung läuft, mit einer Auftragsvergabe wird Anfang Februar gerechnet, bereits im März soll die Sanierung beginnen“, erläuterten Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink und der Leiter des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig, Jürgen Reif. Im nächsten Jahr könne dann endlich ein Schlussstrich unter die Angelegenheit gezogen werden.
Seit Jahren haben beide Behörden nach Wegen gesucht, wie die giftige Hinterlassenschaft der einstigen Antimonrösterei beseitigt werden kann. „Den entscheidenden Lösungsansatz lieferte das zur Bewältigung der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise geschaffene Konjunkturpaket II“, strich Zwafelink heraus. So konnten für das Projekt Bundesmittel von über einer Million Euro aktiviert werden.
Für die Sanierung werden im laufenden und im kommenden Jahr insgesamt 3,2 Millionen Euro eingesetzt. 564 000 Euro zahlt die Stadt, etwa eine Million Euro stammt vom Bund, 1,67 Millionen Euro sind Landesmittel. Der Landtag hat dem Haushalt noch nicht zugestimmt, aber Ziel sei es, so Reif, „die von dem Grundstück ausgehenden Gefahren restlos zu beseitigen“. Noch dazu liege das Gelände im Wasserschutzgebiet des Wasserwerks am Bienroder Weg. Rund 30 000 Tonnen kontaminierten Bodens müssen bis in eine undurchlässige Tonschicht abgetragen und entsorgt werden. Damit werden schätzungsweise 87 Tonnen Antimon beseitigt.
Die bebauten Flächen sind seit Jahren dem Verfall ausgesetzt. Eine Halle ist nach Informationen der Stadt akut einsturzgefährdet. Noch verhindern die Gebäude weitgehend, dass von diesen Flächen Antimon ausgewaschen wird und ins Grundwasser gelangt. Aber auch die Gebäude selbst sind, ebenso wie der darunter liegende Boden, hoch mit Antimon belastet.
„Der Schadstoff ist in das alte Mauerwerk eingedrungen und überzieht zudem die Räume und das verbliebene Inventar mit einer mehlartigen Schicht“ erläutert der Stadtbaurat. Angesichts der Umfanges der Altlast und des fortschreitenden Verfalls der Bausubstanz hätte ein Abwarten zu noch höheren Kosten für die Stadt geführt – zumal Abbruch und Bodenaustausch in den nächsten Jahren sonst komplett zu Lasten des städtischen Haushaltes gegangen wären. Die Maßnahme ist aber auch städtebaulich von Bedeutung: „Zusammen mit den teilweise brachliegenden Flächen der ehemaligen Munte-Werke und dem ehemaligen Betonwerk Wahrendorf bieten sich neue und gute Entwicklungsmöglichkeiten für das Gebiet“, sagt Zwafelink.
Wegen der Insolvenz sei es nicht mehr möglich gewesen, die Firma Stibiox GmbH & Co. KG finanziell zur Rechenschaft zu ziehen. Aus der Insolvenzmasse ist der Stadt die bebaute Teilfläche kostenlos übereignet worden und kann nach der Sanierung genutzt werden. Dennoch werde die Stadt unter dem Strich wohl für zehn Prozent der Sanierungsaufwendungen aufkommen müssen.
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