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Stellungnahme von Anke Schneider Stadtbahnausbaukonzept

Stadtbahnausbaukonzept
Braunschweig hat einen – vorsichtig ausgedrückt – verbesserungswürdigen ÖPNV.
Die Braunschweiger Region ging jahrzehntelang mit einer Regiostadtbahn schwanger. Diese Chance wurde vergeben, das Projekt am Ende beerdigt.
Jetzt hat die Stadtverwaltung ein Stadtbahnausbaukonzept vorgelegt, das wir sehr begrüßen. Fördermittel von Bund und Land stehen bereit, die Kriterien bzgl. des Nutzen-Kosten-Verhältnisses sind erfüllt. Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH darf auf mehr Fahrgäste hoffen.
Aber kaum ist das Konzept da, schon wird von einigen Parteien begonnen es schlechtzureden, Sand ins Getriebe zu streuen und wieder nach straßengebundenen Alternativen zu rufen.
Braunschweig hat schon einmal einen schweren Fehler gemacht, als in den 60er Jahren – unter dem Einfluss der Omnibusse produzierenden Büssing-Werke – das Straßenbahnnetz von 36 auf 12 km geschrumpft wurde. Die Verbindung nach Wolfenbüttel wurde eingestellt! Stellen Sie sich vor, man könnte heute noch mit der Straßenbahn aus Wolfenbüttel in die Braunschweiger Innenstadt fahren – ohne Stau zur Arbeit gelangen oder zum Einkaufsbummel, wär das nicht wunderbar!? Stattdessen baut die Stadt jetzt neue Parkhäuser… Ich schweife ab.
Vieles wurde schon gesagt. Aber: Warum benutzen viele Menschen lieber eine Straßenbahn als einen Bus? Ich habe meine Kolleginnen und Kollegen befragt, und folgendes kam dabei heraus:
1. Straßenbahnen sind zuverlässig. Sie benutzen zum großen Teil – in Braunschweig derzeit zu 75 % - ein eigenes Gleisbett, auf dem sie unabhängig von Staus fahren können.
Soll z. B. am Hauptbahnhof ein ICE erreicht werden, ist der Bus - vor allem in der Hauptverkehrszeit - zu unzuverlässig.
2. Straßenbahnen bieten mehr Platz als Busse. Mütter mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer müssen nicht befürchten, draußen stehen zu bleiben, weil die entsprechenden Stellflächen schon besetzt sind.
Die Chance, einen Sitzplatz zu erhalten ist wesentlich höher und man steht bzw. sitzt seinen Nachbarn nicht auf dem Schoß. Der natürliche, gewohnte Abstand zum nächsten Menschen wird eher eingehalten.
3. Ein Bus ist auch nur ein Auto und hat die entsprechenden negativen Fahreigenschaften: Seitenbeschleunigung, unregelmäßiges, heftiges Bremsen, so dass man kurz vor dem Halt noch einen Ruck bekommt. Auch plötzliches, abruptes Bremsen.
Busfahren bedeutet also immer unbewussten Stress, während Bahnfahren vom Fahrkomfort her viel entspannter ist. Ältere oder gehbehinderte Menschen, Kinder auf dem Schulweg, Mütter mit Kleinkindern fühlen sich in der Straßenbahn viel sicherer.
4. Und noch ein Argument, das mir vorgetragen wurde: Der Sohn meiner Kollegin (11 Jahre alt) möchte Straßenbahnfahrer werden!
Das heißt, Straßenbahnen haben nach wie vor auch für unsere jungen Menschen eine große Attraktivität –
und auch deshalb muss es natürlich auch in den nächsten Jahrzehnten noch ganz viele Straßenbahnen geben!
Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Stadtverwaltung jetzt ein Stadtbahnausbaukonzept vorgelegt hat – endlich ein Schritt in Richtung eines ÖPNV, der einer Großstadt würdig ist!
Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass es zügig umgesetzt wird!
Linksfraktion
im Rat der Stadt Braunschweig
Tel. 0531-4702409
Fax 0531-4702410
www.linksfraktion-braunschweig.de
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