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Stadtviertel wollen aufholen

Rezepte gegen Leerstände und Imageprobleme in der westlichen Innenstadt gesucht.

Von Marion Korth, 21.12.2011.


Braunschweig. An manchen Ecken brummt das Geschäft, an anderen bröckelt’s. Das „Imageproblem“ im westlichen Bereich der Innenstadt soll jetzt angepackt werden. Ein Modellprojekt und Mittel des Bundes machen es möglich.

Das Friedrich-Wilhelm-Viertel mit seiner Nähe zur berühmt-berüchtigten Bruchstraße sowie Braunschweigs Altstadt im Bereich zwischen Langer Straße und Martinikirche sowie Schützen- und Güldenstraße sind von der innerstädtischen Entwicklung abgehängt worden. Die Schwerpunkte haben sich verlagert, es wird immer schwieriger, gute Mieter zu finden. Von „Trading-down-Effekten“ wird gesprochen, wenn Ladenlokale nur noch für Spielhallen oder Sexläden zu taugen scheinen. Oder wenn sich überhaupt niemand für sie interessiert. Frank Pape, selbst Geschäftsmann und engagiert im Verein „Die Altstadt“ braucht nur in die Nachbarschaft zu schauen, um zu wissen, wo die Probleme liegen. „Wir haben hier sieben Leerstände in der Schützenstraße, vier davon sogar in 1b-Lage.“

Gerade die Leerstände im Erdgeschoss „tun weh“, sie signalisieren Erfolglosigkeit nach außen. Höchste Zeit herauszufinden, was dagegen unternommen werden kann. „Wir brauchen Ideen und den Glauben an die Zukunft des Quartiers“, sagt Stadtbaurätin Maren Sommer. Die Ideen sollen in so genannten „Quartiersforen“ von Eigentümern, Mietern und Gewerbetreibenden entwickelt und diskutiert werden. An vielen Hebeln kann angesetzt werden. Bauberatung und Gebäudemodernisierung, neue Fassadenfarbe und umgestaltete Plätze, Stadtfeste und Kulturprojekte, eine Leerstandsbörse und Aktionen, um das Image zu verbessern.
Um eine möglichst breite Beteiligung von Bürgern und Hauseigentümern verwirklichen zu können, haben sich insgesamt vier Akteure zusammengefunden und für das Modellvorhaben beworben: der Verein Haus + Grund, der Verein Die Altstadt Braunschweig, die Interessengemeinschaft Friedrich-Wilhelm-Viertel sowie die Stadt Braunschweig. Insgesamt werden Forschungsvorhaben in elf Städten mit jeweils 71 000 Euro bis Ende 2014 gefördert. Die Projektpartner wollen den Betrag auf 100 000 Euro aufstocken.
Das Geld werde in erster Linie dafür aufgewendet, den Austausch in Gang zu bringen. Stadtbaurätin Sommer spricht von „neuen und professionellen Kommunikationswegen“. Wichtig ist die breite Basis, wie einzelne Erfolge bereits jetzt zeigen. Frank Pape kennt nämlich auch ein schönes Beispiel. „Wir haben drei Hauseigentümer an einen Tisch gebracht und die haben sich auf eine einheitliche Fassadengestaltung geeinigt“, erzählt er. Ein Abschnitt in der Sonnenstraße, der zuvor schmutzig und heruntergekommen ausgesehen habe, sei jetzt wieder schön und mache die ganze Straße freundlicher.
Im Januar wird es mit einer Auftaktveranstaltung losgehen. Begleitet werden die Projektpartner von einer Forschungsgruppe, die genau wissen wollen, was welchen Erfolg bringt.
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