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Stadt will A 391 Licht ausdrehen

Vorschlag der Verwaltung stößt auf Kritik.

Von Marion Korth, 04.12.2011.

Braunschweig. Die Verwaltung will der A 391 das Licht ausdrehen. Aber in Politik und Polizei gibt es dagegen Widerstand.

Im nächsten Jahr wird im Zusammenhang mit der geplanten Fahrbahnsanierung die Beleuchtungsanlage ohnehin komplett abgebaut. Selbst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, könnten die Lampen nicht mehr entlang der Mittelachse neu installiert werden, da die dafür notwendigen Versorgungsleitungen an anderer Stelle neu verlegt werden müssen. Die Verwaltung hat den Ratsgremien vor diesem Hintergrund vorgeschlagen, die Beleuchtungsanlage ersatzlos zu streichen. Es geht dabei um den kompletten Bereich beginnend vom Ölper Kreuz bis zum Autobahndreieck Süd-West.
Die Mehrheit im Bau- und Planungsausschuss hat den Vorschlag der Verwaltung bereits abgelehnt, am Dienstag wird sich der Verwaltungsausschuss damit befassen. Das Beleuchtungsthema ist nicht neu. Bereits seit 2002 wird zwischen dem Ölper Kreuz und dem Kreuz Süd-West das Licht nachts zwischen 23 und 6 Uhr ausgeschaltet. Die Stadt hatte dies seinerzeit beschlossen, um zu sparen und den maroden Haushalt zu entlasten. Aktuell argumentiert die Verwaltung, dass auch beim Neubau des Autobahnkreuzes Süd-West sowie auf der bereits sanierten A 392 auf eine Beleuchtung verzichtet wurde. „Aus heutiger Sicht der Verkehrssicherheit auf Autobahnen wird eine Wiederinbetriebnahme der Beleuchtung auch in den genannten Bereichen nicht mehr für erforderlich gehalten“, heißt es in der Begründung.
„Die Autobahnpolizei sagt dazu Nein“, betont Polizeipressesprecher Wolfgang Klages auf Anfrage. Die A 391 sei eine reguläre Bundesautobahn mit sehr hohem Verkehrsaufkommen. Nach Unfällen, so wie erst jetzt wieder, sei sie zudem Umleitungsstrecke für die dann verstopfte oder gar gesperrte A 2. Das Problem aber: Die A 391 ist ursprünglich als Westumgehung der B 4 für Braunschweig gebaut worden. Die Folgen: Die Fahrbahnbreiten entsprechen nicht den sonst bei Autobahnen üblichen Breiten, die Kurvenradien der Zu- und Abfahrten seien oftmals besonders eng, zudem fehlen Standstreifen. In Verbindung mit den auf kurzer Strecke aneinandergereihten Zu- und Auffahrten ergibt sich ein großes Gefahrenpotenzial. Die Polizei spricht von einer „Unfallhäufungslinie“. Insbesondere der Südabschnitt müsse beleuchtet werden. Statt der Masten entlang der Mittellinie seien auch andere Beleuchtungsanlagen denkbar.
Auch SPD und Bibs wollen bei der A 391 nicht am falschen Ende sparen. Die Betriebskosten für die Beleuchtung von derzeit 10 000 bis 15 000 Euro jährlich sollten für die Sicherheit der Autofahrer investiert werden, meinte Manfred Pesditschek (SPD).
„Für den ADAC plädiere ich dafür, zumindest die Zu- und Abfahrten zu beleuchten“, sagt Reinhard Manlik, Vorsitzender des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Er gibt auch zu bedenken, dass sich durch die erhöhte Straßenführung immer wieder unübersichtliche Berg- und Talfahrten ergeben. Der Wechsel vom hellen Stadtbereich auf eine komplett dunkle A 391 sei zusätzlich problematisch.
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