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Stadt verzichtet auf Glyphosat – vorerst

Unkraut wächst überall und nervt viele Anwohner. Bei der Grünpflege verzichtet die Stadt künftig auf den Einsatz von Glyphosat Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Rat beschließt Verbot mit großer Mehrheit.

Von Birgit Wiefel, 07.02.2018.

Braunschweig. Bis Herbst wird auf städtischen Grünflächen kein Glyphosat mehr eingesetzt. Das hat der Rat in seiner gestrigen Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Vor allem die BIBS hatte darauf gedrängt, den Unkrautvernichter, der in Verdacht steht, krebserregend zu sein, von Sportplätzen zu verbannen. „Ein kleiner Schritt für die Welt, aber ein großer Schritt für Braunschweig“, freute sich der Fraktionsvorsitzende Dr. Wolfgang Büchs denn auch.

Für eine Testphase soll dem Unkraut auf den sogenannten Tennenflächen – dazu gehören Aschenbahnen, Grandplätze und Anlaufbahnen für Sprunggruben – mit einen Abflammgerät zu Leibe gerückt werden. Im Herbst werden die Ergebnisse bewertet und dann über eine Fortsetzung nachgedacht.

Rund 80 000 Quadratmeter Fläche muss die Stadt jährlich unkrautfrei halten. Bislang wurde dafür auch Glyphosat benutzt. „Insgesamt kamen 13 Sorten von Herbiziden zum Einsatz, sechs davon waren glyphosathaltig und darum genehmigungspflichtig“, ordnete der BIBS-Fraktionsvorsitzende Dr. Wolfgang Büchs ein. Zumindest auf den Sportplätzen soll damit jetzt Schluss sein.

Für 20 000 Euro hat die Stadt ein Spezialgerät aus den Niederlanden erworben, dass das Unkraut abflammt. Darüber hinaus wurden für 115 000 Euro vier zusätzliche Personalstellen eingerichtet. „Im Grunde handelt es sich bei dem Gerät um einen Gasbrenner wie er auch in jedem Haushalt zu finden ist“, ordnete Büchs ein. Aus kleinen Düsen unter der Maschine wird dabei brennendes Gas auf das Unkraut gerichtet, um es bis zu den Wurzeln abzuflämmen. Eine Methode, die nach Ansicht von FDP-Fraktionsmitglied Mathias Möller nur bedingt umweltfreundlicher ist: „Sieben- bis achtmal pro Vegetationsperiode muss ein solches Gerät über die Flächen fahren, verbrennt dabei 170 Kilogramm Autogas und stößt einen nicht unerheblichen Anteil CO2 aus.“ Insgesamt begrüßten jedoch die Fraktionen die Maßnahme. Mittelfristig sollen jetzt auch die stätischen Gesellschaften auf den Einsatz von Glyphosat verzichten. Die Nibelungen Wohnbau hat sich bereiterklärt, eine Modellprojekt einzurichten.

Schwieriger wird die Umsetzung für die Verkehrs GmbH. „Sie ist ein hoch defizitäres Unternehmen. Man sollte hier die Umsetzung lieber hinten anstellen“, bemerkte Nicole Palm (SPD). Im Herbst werden die Ergebnisse noch einmal dem Rat vorgestellt.
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3 Kommentare
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 07.02.2018 | 16:55  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 07.02.2018 | 17:42  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 07.02.2018 | 19:55  
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