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Stadt und Land himmelweit entfernt

Wie viele Sozialwohnungen gehen durch auslaufende Bindungen verloren: 566 oder 1288?

Von Marion Korth, 08.10.2016.

Braunschweig. Nicht nur der Zuzug verschärft die Situation auf dem Wohnungsmarkt, sozialer (also günstiger) Wohnraum geht auch deshalb verloren, weil Belegungsbindungen nicht ewig gelten.

Die Stadt geht von 566 auslaufenden Bindungen im Zeitraum von 2016 bis 2020 aus. Irritiert und auch ein bisschen erschrocken war Uwe Söhl (Zentrale Beratungsstelle Niedersachsen und Bündnis für Wohnen), als er Sozialministerin Cornelia Rundt bei einer Wahlveranstaltung von 1288 auslaufenden Bindungen in diesem Zeitraum sprechen hörte. Schon jetzt geht Söhl von einem größeren Bedarf an günstigen Wohnungen aus, als allgemein angenommen wird. 1260 günstige Wohnungen sollen als Neubau und im Bestand geschaffen werden. So ist es im Handlungskonzept (siehe Infoasten) formuliert. Dieser Bedarf sei aber aufgrund von Zahlen aus den Jahren 2012/13 errechnet worden. Der weitere Zuzug als auch die Flüchtlinge seien noch nicht berücksichtigt, sagt Söhl. Seine Forderung: „Wir brauchen verlässliche Zahlen, um vernünftig und sachgerecht an Lösungen arbeiten zu können.“

Nach Mitteilung von Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke läuft derweil der Zahlenabgleich. Das Land habe jedoch eine längere Bearbeitungszeit angekündigt, da die detaillierte Aufarbeitung der Daten „sehr aufwendig“ sei. Abweichungen können eventuell dadurch erklärt sein, dass die NBank neuere Informationen über den Stand der Fördermittelrückzahlungen hat, was wiederum Auswirkung auf die Zahl der auslaufenden Mietpreis- und Belegungsbindungen für Wohnungen hätte.
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