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Stadt hat große Pläne für Tweten

Maler-, Mumme- und Kaffeetwete sollen schöner werden – Verkehrsberuhigung und Spielfläche.

Von Marion Korth, 12.12.2012.

Braunschweig. Der Straßenbelag ist marode, außerdem stehen in verschiedenen Bereichen Kanalbauarbeiten an und müssen neue Leitungen verlegt werden. Die Stadt will diese Gelegenheit beim Schopf packen und die Maler-, die Mumme- sowie die Kaffeetwete neu gestalten.

Im nächsten Jahr soll es losgehen, die Kaffeetwete wird erst 2014 saniert. Für Radfahrer und Fußgänger sind die Tweten ein wichtiger Verbindungsweg in die Innenstadt und wieder zurück, sie sollen deshalb zu verkehrsberuhigten Straßen werden, in denen Autos nur noch höchstens Tempo 30 fahren dürfen sowie die klare Trennung zwischen Fahrbereich, Parkplätzen und Bürgersteigen aufgehoben wird. Stattdessen soll die gesamte Fläche auf gleicher Höhe mit Natursteinpflaster ausgelegt werden.
In der Malertwete haben die Planer überdies eine Spielfläche vorgesehen – ein weiterer Baustein, um die Aufenthaltsqualität in den Tweten zu erhöhen. Außerdem werden die verbleibenden Parkflächen dicht an die Häuserfronten gelegt, um in der Mitte Platz zu schaffen für Menschen und mehr Bäume, deren Zahl sich nach dem Umbau von 52 auf 64 erhöht, wobei einige ältere Exemplare zuvor gefällt werden.
Von den bislang 93 vorhandenen Parkplätzen werden nach der aktuellen Planung 48 übrigbleiben. Genügend Anwohnerparkplätze würden auch nach der Umgestaltung zur Verfügung stehen, Kunden und Besucher sollen hingegen auf die umliegenden Parkhäuser ausweichen.
Die neu ausgewiesenen Parkplätze seien dann nach den geltenden Richtlinien bemessen. „In der Mummetwete sind die Parkplätze so schmal, dass ich einmal durchs Schiebedach meines Autos aussteigen musste, weil ich die Türen nicht öffnen konnte“, sagt Frank Pape, Vorsitzender des Vereins Altstadt Braunschweig. Ihm und auch anderen Geschäftsleuten und Hauseigentümern liegt eine bauliche Aufwertung in dem Viertel sehr am Herzen. Im Oktober hatte die Verwaltung den Anliegern die Pläne vorgestellt. „Das ist grundsätzlich positiv aufgenommen worden“, sagt Pape.
In der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Innenstadt sollte der Entwurf eigentlich beraten werden, doch dieser Punkt wurde verschoben, kommt jetzt erst in einer der nächsten Sitzungen zur Sprache. „Wir haben die Unterlagen einfach zu spät bekommen und konnten uns nicht mehr vorbereiten“, sagt Monika Georgi, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. Klar sei auf jeden Fall, dass Kritik und Anregungen der Anlieger in der Diskussion berücksichtigt würden. „Die Radfahrer haben sich schon bei uns gemeldet“, sagt sie. Anlieger hätten zudem kritisiert, dass die vorgesehenen Parkflächen zu nah an den Häusern seien, die Autos künftig fast unter ihren Balkonen stehen würden.
Die Verwaltung rechnet für den Ausbau der drei Tweten mit Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro, die im Haushalt vorgesehen sind. Entsprechend der Straßenbausatzung müssen sich die Anlieger daran mit rund 390 000 Euro beteiligen. Die Lindentwete wurde in den Entwurf einbezogen, aber die Finanzierung, um auch sie umzugestalten, steht noch nicht.
Das Altstadt- und das Friedrich-Wilhelm-Viertel sind Teil des Modellprojektes „Kooperation im Quartier“. Es sollen Strategien entwickelt werden, um diese Bereiche für Bewohner und Geschäftsleute wieder attraktiver zu machen. „Wir rühren in allen Töpfen“, sagt Pape. Es gebe viele Pläne und auch schon konkrete Angebote wie eine Architekturhilfe für Immobilieneigner oder eine Leerstandsbörse.
Das größte Problem aber sei, „die Lethargie zu durchbrechen“ und alle Hauseigentümer davon zu überzeugen, dass sie etwas tun müssen, wenn sie ihre Immobilien in Zukunft noch gut vermieten wollen.
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