Anzeige

Stadt freut sich über ihr „gutes Betriebsklima“

Landesbetrieb für Statistik gibt Zahlen heraus: Zahl der Firmeninsolvenzen auf dem niedrigsten Stand seit neun Jahren – Viele Firmengründungen

. Von Marion Korth, 13.04.2011

Braunschweig. Der Landesbetrieb für Statistik hat es der Stadt Braunschweig schriftlich gegeben, wirtschaftlich steht sie gut da. In den vergangenen neun Jahren gab es niemals weniger Unternehmensinsolvenzen als jetzt.

Trotz Wirtschaftskrise im Jahr 2009 steht Braunschweig als Standort auf stabilen Füßen. Wirtschaftsdezernent Joachim Roth sieht vor allem die mittelständische Wirtschaft, die sich in der Krise gut behauptet habe, als große Stärke an. 79 Unternehmen meldeten nach den Zahlen der Statistiker im vergangenen Jahr ihre Zahlungsunfähigkeit. 2009 waren es 89, das entspricht einem Rückgang um 11,2 Prozent. „Im Bundesdurchschnitt ist die Zahl der Insolvenzen nur um 2,5 Prozent zurückgegangen, in Niedersachsen um 4,3“, sagte er. 1759 Gewerbeabmeldungen stehen 2105 Anmeldungen gegenüber – diese Zahlen liegen ungefähr auf Vorjahresniveau. Für Roth ein Zeichen, dass Braunschweig ein stabiler Standort der mittelständischen Wirtschaft ist.
Die Zahl der Betriebe ist insgesamt gewachsen. „Nach dem Prognos Zukunftsatlas 2010 des Handelsblattes liegt Braunschweig bundesweit auf Platz 2 hinsichtlich der Gründungsintensität“, sagte Roth. Jungunternehmer können aus dem Gründungsfonds der Stadt schöpfen, sofern ihre Geschäftsidee tragfähig und ihr Geschäftsplan hieb- und stichfest ist.
In den vergangenen drei Jahren standen 350 00 Euro zur Verfügung, in den nächsten drei Jahren insgesamt 300 000 Euro. „Im Schnitt haben wir je Betrieb 7500 Euro gezahlt“, sagte Roth. Gut angelegtes Geld, das auch dann nicht zurückgezahlt werden muss, wenn der Laden läuft. Mit dieser Sicherheit im Rücken hätten es die Existenzgründer viel einfacher, einen Startkredit bei einer Bank zu erhalten. Von allen Firmengründungen in den vergangenen dreieinhalb Jahren hätten es nur fünf Prozent nicht geschafft und seien nicht mehr am Markt. Die meisten der Unternehmen, die in Braunschweig gegründet worden sind, nämlich 95 Prozent, bleiben der Stadt treu.
Roth findet es bemerkenswert, wie viele Frauen sich mittlerweile eine Zukunft als Unternehmerinnen vorstellen können. Zum Gründerinnentag vor einer Woche seien 70 Frauen gekommen. „Eine solche Frequenz hatten wir noch nie“, freut sich der Wirtschaftsdezernent. Es blieb nicht bei einer ersten Information. Gleich in den ersten Tagen danach seien zwölf Frauen zur Braunschweig Zukunft GmbH, die privatisierte städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft, gekommen. Roth: „Ein sehr gutes Zeichen.“ Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass Frauen mehr abwägen, deshalb auch eine längere Vorbereitungszeit hätten, aber: „Wenn deren Entscheidung für die Selbstständigkeit gefallen ist, dann steht die und dann sind die sehr gut vorbereitet.“
Gleich neben der Gründervilla am Rebenring, in der auch Joachim Roth ein Büro hat, steht das Gründerzentrum Technologiepark. Darin wird es langsam richtig eng. Seit Jahren sei das Zentrum zu mehr als 90 Prozent ausgelastet. In diesem Jahr wird das 25-jährige Bestehen des Gründerzentrums und damit eine Erfolgsgeschichte gefeiert.
„Es ist wichtig, dass wir die Gründungsfirmen auch weiterbetreuen“, betonte Roth. Noch in diesem Jahr geht eine neue Idee in die Testphase: „Die Unternehmensgründer sollen uns sagen, mit welchen etablierten Firmen sie gern zusammenarbeiten würden. Wir bringen sie dann für einen Austausch zusammen.“ Dass es nicht beim Austausch bleibt, sondern sich daraus neue Geschäftsfelder eröffnen, ist die Hoffnung, die dahintersteht.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.