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Stadt drückt aufs Tempo

Bad Gliesmarode: Verwaltung schlägt kurzfristig Gespräche vor.

Von Marion Korth, 20.07.2014.
Braunschweig. „Eine Hürde ist genommen“, „ein erster Schritt getan“, in diese Richtung kommentieren die Fraktionen im Rat die Mitteilung, dass New-Yorker-Chef Friedrich Knapp auf die Übernahme des Grundstücks, auf dem das Badezentrum Gliesmarode steht, nun doch verzichten will. Noch immer aber fehlt ein Betriebskonzept für das Bad. In ihrem Antwortschreiben an Knapp hat die Stadtverwaltung am Freitag klare Zielvorgaben für das weitere Vorgehen formuliert.

Die Verwaltung drängt auf eine Ratsentscheidung. Die nächste Sitzung nach der Sommerpause wird am 30. September stattfinden. Da in die Entscheidungsfindung auch die Fachausschüsse eingebunden sind, müssten die Beratungsunterlagen bis zur ersten Septemberwoche bereitgestellt werden. „Um diesen ehrgeizigen, aber denkbaren Zeitplan einzuhalten, muss daher allerspätestens Ende August alles zwischen Ihren und unseren Fachleuten besprochen und abgestimmt sein, was in der Entscheidungsvorlage für den Rat enthalten sein muss. Das setzt entsprechende Anstrengungen auf beiden Seiten voraus, zu denen wir als Stadtverwaltung trotz der demnächst anbrechenden Urlaubszeit bereit und in der Lage sind“, schreibt Finanzdezernent Christian Geiger an den New-Yorker-Chef. Benötigt würden zudem weitere Angaben über Art und Umfang der Sanierung, Lage und Größe des geplanten Naturteichs und Ähnliches, um abschätzen zu können, welche weiteren Genehmigungen für das Vorhaben notwendig sind. Um Trockenrisse in dem mittlerweile geschlossenen Bad zu verhindern, sind die Becken nach wie vor mit Wasser gefüllt. Dadurch, und weil auch die Lüftungsanlage weiterlaufen muss, entstünden Stromkosten in Höhe von 1000 Euro wöchentlich. Geiger schlägt in seinem Brief kurzfristig „konkretisierende Gespräche“ vor. Auch die Ratsfraktionen fordern ein Betriebskonzept. Ursprünglich hatte New-Yorker-Chef Friedrich Knapp das Grundstück „Am Soolanger“ für einen symbolischen Preis von einem Euro von der Stadt kaufen wollen, um im Gegenzug den Weiterbetrieb des sanierungsbedürftigen Bades für „voraussichtlich 15 Jahre“ zu gewährleisten. Jetzt ist nur noch von einer Überlassung die Rede. „Das ist schon mal was“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Pesditschek. Aber die eigentliche Frage, in welcher Form er das Bad weiterbetreiben möchte, die sei damit noch immer nicht beantwortet. „Wir wollen nichts vorschreiben, aber wir wollen das Konzept wenigstens kennen“, kommentierte Pesditschek den Wunsch Knapps, die Rahmenbedingungen für den Betrieb eines öffentlichen Bades „alleine bestimmen“ zu wollen. Erst wenn ein Konzept vorliege, könne eine vertragliche Vereinbarung getroffen und vom Rat beschlossen werden.
Knapp hätte darum gebeten, sechs Wochen vor Schließung des Bades informiert zu werden. „Wir dachten, dass er frühzeitig mit der Sanierung beginnen möchte“, sagte Udo Sommerfeld (Die Linke). Mittlerweile ist das Bad geschlossen, nur ein Konzept, das fehlt immer noch. Trotzdem freue sich seine Partei nach wie vor über die Initiative des Unternehmers, das Bad zu retten. Hauptsache, es werde weiterhin als öffentliches Familienbad mit erschwinglichen Eintrittspreisen geführt.
Als Antwort auf ein Schreiben der Verwaltung vom 28. Mai hatte Knapp Dezernent Christian Geiger am 7. Juli in einem Satz mitgeteilt, dass sein „Betriebskonzept vorsieht, das Badezentrum Gliesmarode nach der Sanierung weiterhin als öffentlich zugängliches Bad zu betreiben.“ Diese knappe Zusicherung ist (nicht nur) der CDU nach fast sechs Wochen zu wenig: „Wir erwarten weiterhin ein Konzept“, betonte Fraktionsgeschäftsführer Thorsten Köster. Ein „dürrer Satz“ reiche nicht.
Auch die Grünen wünschen sich mehr als die Ankündigung eines „öffentlichen Bades“: Bevor der Rat über die Überlassung öffentlichen Eigentums entscheidet, muss klar sein, welche Kapazitäten das neue Bad zum Beispiel für das Schul-, Vereins- und Gesundheitsschwimmen bieten soll und zu welchen Konditionen, heißt es in einer Stellungnahme der Grünen.
Angesichts der auflaufenden Energiekosten in dem geschlossenen Bad in Höhe von geschätzt 1000 Euro wöchentlich, wird es langsam Zeit. „Wir werden nicht auf Ewigkeit diese Wasservorhaltung machen“, sagte Manfred Pesditschek (SPD).
Der Wert für das rund 16 300 Quadratmeter große Grundstück liegt bei circa 1,14 Millionen Euro mit dem Bad darauf, im Falle einer künftigen Wohnnutzung bei circa 4,56 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis war der Gutachterausschuss gekommen. Davon abzuziehen wären die Kosten für den Abriss des Badezentrums in Höhe von rund 800 000 Euro.
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3 Kommentare
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Artur Schmieding aus Braunschweig - Innenstadt | 20.07.2014 | 00:28  
Marion Korth aus Braunschweig - Innenstadt | 21.07.2014 | 17:15  
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Artur Schmieding aus Braunschweig - Innenstadt | 25.07.2014 | 17:25  
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