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Sporthallen bald wieder frei

Sie sind sichtlich froh, dass die Sporthallen geräumt und die Flüchtlinge in eine bessere Unterkunft ziehen können (v.l.): Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer, Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke und Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Foto: Thomas Ammerpohl

Flüchtlinge ziehen im August in andere Unterkünfte um.

Von Birgit Leute, 23.07.2016.

Braunschweig. Die Umzugskisten sind gepackt, die ersten Möbel werden gerade verladen: Die Stadt hat damit begonnen, die Sporthallen wieder freizuräumen, die mehr als ein halbes Jahr für Flüchtlinge reserviert waren.

Geht alles nach Plan, dann stehen die Turnhallen in Watenbüttel sowie in der Naumburg-, Mosel- und Boeselagerstraße nach den Herbstferien wieder Schulen und Vereinen zur Verfügung. „Eine gute Nachricht“, findet Oberbürgermeister Ulrich Markurth, der Planungssicherheit für den Schulsport und Trainingsbetrieb geben wollte, „und den Flüchtlingen eine deutlich bessere Unterkunft.“

Dass der groß angelegte Umzug überhaupt schon stattfinden konnte, liegt an der niedrigen Zahl zugewiesener Asylsuchender: 261 Menschen leben aktuell in den vier Sporthallen, gerechnet hatte die Stadt ursprünglich mit der doppelten Anzahl, bis Ende des Jahres sogar mit etwa 1000 Personen.

„Wir gehen davon aus, dass der Zuzug auf dem bisherigen niedrigen Niveau bleibt und nicht mehr die Größen des vergangenen Sommers annimmt“, schätzt der Oberbürgermeister. Rund 150 Flüchtlinge werden im Laufe des Augusts in ein ehemaliges Bürogebäude an der Saarbrückener Straße ziehen, etwa 30 Familien kommen in Wohnungen der Nibelungen-Wohnbau unter.

Und so sieht der Ablaufplan für den Umzug der Flüchtlinge aus: Zunächst istl die Sporthalle Moselstraße dran, danach sollen die Hallen in Watenbüttel, in der Naumburgstraße und in der Boeselagerstraße geräumt werden. „Nicht zur Verfügung steht weiterhin die Turnhalle der Nibelungen-Realschule“, schränkt Markurth ein. Derzeit seien hier 73 Flüchtlinge untergebracht, hinzu kämen noch einmal 30 aus den dann aufgelösten Unterkünften. „Diese Situation wird sich entzerren, sobald zum Jahreswechsel die ersten dezentralen Wohnstandorte fertig sind“, verspricht Markurth.

Kein Luxus

Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke ist sichtlich erleichtert über die Entwicklung. „Die Situation in den Hallen war immer eine Notlösung, die Enge für die Menschen, die dort mehr als ein halbes Jahr auf engstem Raum lebten, eine große Belastung“, so Hanke. Zwar seien die Zimmer im umgebauten Bürogebäude an der Saarbrückener Straße kein Luxus, aber „in der ruhigeren Atmosphäre lässt sich erheblich besser Integrationsarbeit leisten als in einer Umgebung voller Lärm“, sagt Hanke.

Bevor die Schüler wieder durch die Hallen turnen können, sind allerdings erst einmal die Handwerker gefragt: Die Dauernutzung hat vor allem in den sanitären Einrichtungen ihre Spuren hinterlassen, so Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Außerdem würden – wie auch in den anderen städtischen Sporthallen – die Unterdecken auf ihren Zustand hin überprüft.

„Von den 69 untersuchten Hallen haben uns bislang allerdings nur zwei wirklich Sorgen bereitet; ich bin guter Hoffnung, dass die Decken in den freigezogenen Hallen im Großen und Ganzen in Ordnung sein werden“, ist der Stadtbaurat optimistisch.
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